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Mehr Gewalt wegen „arabischen Frühlings“

Nach einer Studie des Heidelberger Instituts für Konfliktforschung hat es im Jahr 2011 die meisten Kriege seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegeben. Insgesamt sei es zu 20 Kriegen gekommen.

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Der bisherige Höchstwert des jährlichen „Konfliktbarometers“ war 1993 mit 16 Kriegen, sagen die Forscher des Heidelberger Instituts. Insgesamt zählten die Wissenschaftler 2011 38 „hoch gewaltsame Konflikte“, also Auseinandersetzungen mit massivem Einsatz von Gewalt und gravierenden Folgen.

Überwiegend habe es sich um innerstaatliche Konflikte gehandelt. Besonders die Regionen Vorderer und Mittlerer Osten und Afrika seien von solchen Auseinandersetzungen betroffen: „Hier sehen wir hohes Potenzial für weitere Eskalationen“, sagte Institutsvorstand Christoph Trinn.

Konfliktzunahme in Mexiko und Sudan

Dramatisch war die Zunahme 2011 insbesondere im Vergleich zu 2010, als sechs Kriege gezählt worden waren. Drei neue, schnell entstandene Kriege im Zusammenhang mit dem „arabischen Frühling“ im Jemen, in Syrien und Libyen kamen hinzu. Außerdem eskalierten bereits seit längerem bestehende Auseinandersetzungen in Nigeria.

An Intensität zugenommen haben nach Angaben der Forscher auch Konflikte im Sudan. Verschärft haben sich laut Konfliktbarometer auch die Auseinandersetzungen zwischen dem Staat und den Drogenkartellen in Mexiko. Unverändert werden die Konflikte zwischen den Taliban und dem pakistanischen Militär sowie zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung von den Heidelberger Forschern als Kriege eingestuft.

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