Erdölpreis belastet Ausblick
Trotz Schuldenkrise und globaler Konjunkturflaute ist die Stimmung der deutschen Firmenchefs im Februar den vierten Monat in Folge gestiegen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 109,6 von 108,3 Punkten im Vormonat, teilte das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mit.
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Der Wert ist der beste seit Juli 2011. „Die deutsche Konjunktur wird derzeit von binnenwirtschaftlichen Auftriebskräften getragen“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zum Ergebnis der Umfrage unter 7.000 Managern. Auch die Indizes für die Einschätzung der Geschäftsaussichten und die derzeitige Geschäftslage stiegen.
Die Industrie verzeichnete zwar eine schlechtere Geschäftslage als im Jänner, blickte aber den dritten Monat in Folge optimistischer nach vorne. „Vom Exportgeschäft rechnen sich die Firmen unverändert positive Impulse aus“, so das Ifo. Außerdem planten die Unternehmen, ihr Personal weiter aufzustocken. Auch im Einzel- und Großhandel sowie am Bau hellte sich die Stimmung spürbar auf.
„Abhaken kann man die Risiken nicht“
„Im Moment sieht es nicht nach einer Rezession aus“, sagte Ifo-Experte Klaus Abberger. Die deutsche Wirtschaft sei recht robust, besonders die Binnenwirtschaft sei stabil. „Aber abhaken kann man die Risiken noch nicht“, warnte Abberger. „Gefahr droht vor allem von der Euro-Krise.“ Mit den steigenden Kraftstoffpreisen sei ein weiteres Risiko hinzugekommen. „Das kann den privaten Konsum belasten, ebenso die Autobranche.“
Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer. Es sagt die Entwicklung der kommenden Monate recht zuverlässig vorher. Ende 2011 war die Wirtschaft wegen der Schuldenkrise um 0,2 Prozent geschrumpft und damit erstmals seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009. Auch für das erste Quartal 2012 erwarten einige Ökonomen noch einen Dämpfer, bevor es dann wieder spürbar bergauf gehen sollte. Die deutsche Regierung rechnet fürs Gesamtjahr mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, das sich 2013 auf 1,6 Prozent mehr als verdoppeln dürfte.
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