Deutschland: Vermehrt Kritik an Gauck

Nach der Nominierung des ehemaligen deutschen Stasiakten-Beauftragten Joachim Gauck als gemeinsamer Bundespräsidentschaftskandidat von Union, FDP, SPD und Grünen regt sich nun in Deutschland vermehrt Kritik am 72-Jährigen.

Umstrittene Aussagen zu Sarrazin und „Occupy“

Der integrationspolitische Sprecher der Grünen, Memet Kilic, und der grüne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele verwiesen auf Gaucks Äußerungen zu Thilo Sarrazin und dessen umstrittenen Zuwanderungsthesen und zur weltweiten „Occupy“-Protestbewegung. Der frühere DDR-Bürgerrechtler hatte Sarrazin Mut bescheinigt und die Anti-Kapitalismus-Debatte rund um die „Occupy“-Bewegung als „unsäglich albern“ bezeichnet.

Ströbele kritisierte in der „Frankfurter Rundschau“ unter anderem die Aussagen Gaucks zu den Protesten gegen die Bankenmacht. „Inzwischen beklagen selbst die härtesten Kapitalisten Übermacht und Machtmissbrauch des Finanzsystems. Wie kann Herr Gauck den Protest dagegen auf der Straße ‚unsäglich albern‘ nennen“, sagte Ströbele. Vielmehr müsse Gauck als früherer DDR-Bürgerrechtler doch Sympathie mit demonstrierenden Menschen haben.