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Minus 29 Grad in Bulgarien

Durch die Kältewelle der vergangenen Tage sind allein in der Ukraine bereits 30 Menschen gestorben. Die meisten von ihnen waren Obdachlose, die bei Temperaturen von bis zu minus 28 Grad auf der Straße erfroren, wie das Katastrophenschutzministerium am Dienstag in Kiew mitteilte. Vier Menschen wurden tot in ihren Wohnungen gefunden.

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Mehr als 600 Menschen brauchten demnach ärztliche Hilfe wegen Erfrierungen und Unterkühlung, etwa 540 von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Wegen der klirrenden Kälte wurden mehr als 3.200 Schulen vorübergehend geschlossen, damit hatten rund 400.000 Kinder schulfrei. Die Behörden betreiben landesweit fast 1.600 Unterkünfte, in denen sich Bedürftige aufwärmen können und Mahlzeiten bekommen. Weitere 150 Quartiere sollen eröffnet werden - Video dazu in iptv.ORF.at.

Zweithöchste Warnstufe in Bulgarien

Auch in Bulgarien waren am Dienstag - bei minus 29 Grad - viele Schulen geschlossen. Zu den eisigen Temperaturen kam noch eine Grippewelle hinzu - an 454 Schulen fiel der Unterricht aus. Medien berichteten über mindestens acht erfrorene Menschen seit dem Kälteeinbruch am Wochenende. Im ganzen Land wurde am Dienstag die zweithöchste Warnstufe Orange ausgerufen. Erst am Freitag sollen die Temperaturen wieder auf null Grad steigen.

Sibirische Kälte auch im Baltikum

Die strenge sibirische Kälte hat auch die baltischen Staaten fest im Griff. In Litauen erfror in der Hauptstadt Vilnius am Montag erneut ein Mensch. Landesweit würden zudem zehn Menschen wegen Erfrierungen in Krankenhäusern behandelt, meldete das Onlineportal Delfi unter Berufung auf Rettungskräfte. Wegen der Kälte kam es in der zweitgrößten litauischen Stadt Kaunas vereinzelt zu Ausfällen der Verkehrsampeln. In der Hafenstadt Klaipeda sorgten vereiste Bustüren für Verzögerungen im öffentlichen Nahverkehr.

In der Nacht auf Dienstag wurde in der Nähe der Kleinstadt Korela im Südosten Estlands mit minus 27,5 Grad eine neue Tiefsttemperatur in diesem Winter gemessen. Auch in Lettland und Litauen zeigte das Quecksilber vereinzelt Werte unterhalb der Minus-20-Grad-Marke an, berichteten lokale Medien am Dienstag. In Lettland und Litauen forderten die Bildungsministerien die Eltern auf, ihre Kinder zu Hause zu behalten. Auch in Estland blieben viele Schüler aufgrund der Kälte dem Unterricht fern.

Die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen weiter auf stellenweise unter minus 30 Grad fallen. Die Ehrenwache vor dem lettischen Freiheitsdenkmal und dem Präsidentenpalast in Riga wurde wegen des strengen Frosts bis auf weiteres ausgesetzt.

Tausende Polen ohne Wasser

In Polen ließ der Frost am Dienstag zahlreiche Wasserrohre bersten. Betroffen waren vor allem Altbauten. Nach der Havarie eines Hauptrohrs waren in Kluczbork in Oberschlesien seit den frühen Morgenstunden etwa 7.000 Menschen ohne Wasser, berichtete der Nachrichtensender TVN 24. Auch in Warschau mussten mehrere Wohnsiedlungen ohne Wasser auskommen.

Nachdem bereits in den vergangenen Tagen zehn Menschen erfroren waren, wollte die Warschauer Stadtverwaltung in der Nacht auf Mittwoch an mehr als 40 Haltestellen der Busse und Bahnen Feuerstellen aufstellen, an denen sich wartende Fahrgäste und Obdachlose aufwärmen können. Einige Wärmeöfen waren bereits in der Nacht auf Dienstag im Einsatz.

Minus zwölf Grad in Griechenland

Ausläufer der sibirischen Kälte erreichten am Dienstag auch Griechenland. Wie das griechische Wetteramt mitteilte, wurden im Norden des Landes Temperaturen von minus zwölf Grad gemessen. Zahlreiche Schulen in Mittelgriechenland blieben geschlossen. Viele Fährverbindungen fielen wegen stürmischer Winde in der Ägäis aus. In Athen herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt. In der griechischen Hauptstadt, in der unter anderem auch wegen der Finanzkrise 20.000 Menschen obdachlos sind, wurden Hallen geöffnet, damit diese Menschen Zuflucht finden können.

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