China: Ausschreitungen nach Selbstverbrennung von Tibeter
Bei Unruhen nach einer neuen Selbstverbrennung eines Tibeters in Südwestchina haben chinesische Sicherheitskräfte das Feuer eröffnet. Mindestens eine ältere Tibeterin sei getötet worden, berichtete die exiltibetische Regierung im indischen Dharamsala heute. Nach den Zusammenstößen gestern in Aba (Provinz Sichuan) wurden noch mehr Opfer befürchtet.
Seit März vergangenen Jahres war es bereits die 16. Selbstverbrennung aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über die Tibeter. Die Situation sei eskaliert, als rund 700 Menschen bei der Polizei die Herausgabe des Tibeters gefordert hätten, der sich mit Benzin überschüttet und angezündet hatte, berichteten tibetische Aktionsgruppen. Es werde vermutet, dass der Mann tot ist.
Die exiltibetische Regierung verurteilte die Gewalt gegen Zivilisten und forderte die internationale Gemeinschaft auf, bei der chinesischen Regierung zu intervenieren. Die Vereinten Nationen sollten unabhängige Beobachter in die Region schicken, in der es seit Monaten immer wieder zu Zwischenfällen und Selbstverbrennungen kommt. Die Regierung in Peking hat ein Großaufgebot von Sicherheitskräften nach Aba entsandt.