„In den Bergen bleibt es tiefwinterlich“
Nachdem das Sturmtief „Andrea“ die Einsatzkräfte zunächst mit orkanartigen Böen auf Trab gehalten hat, sorgen in Westösterreich seit Freitag vor allem ergiebige Neuschneemengen für Probleme. Zahlreiche Straßen in Vorarlberg, Tirol und Salzburg sind derzeit gesperrt bzw. nur mit Schneeketten passierbar. Mehrere Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten.
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Besonders betroffen ist das Arlberg-Gebiet, wo allein in der Nacht auf Freitag rund 50 Zentimeter Neuschnee gefallen sind. Dieser führte nicht nur zu einer massiv gestiegenen Lawinengefahr (Stufe vier von fünf, Anm.), sondern auch zu zahlreichen Straßensperren. Nicht passierbar ist etwa die Arlberg Straße (L197) ab Langen, weswegen auch die Skigebiete Stuben, Zürs und Lech derzeit auf dem Straßenweg nicht erreichbar sind. Auch Warth und im Montafon Gargellen werden am Freitag voraussichtlich unerreichbar bleiben. In den fünf Tourismusorten sitzen rund 15.000 Einheimische und Gäste fest.

APA/Dietmar Stiplovsek
Tiefwinterliche Verhältnisse in Klösterle am Arlberg
Spontane Lawinenabgänge
Aufgrund der großen Lawinengefahr - Stufe vier oberhalb von 1.600 m - waren spontane Lawinenabgänge zu erwarten. Vom Verlassen gesicherter Pisten wurde unerfahrenen Wintersportlern dringend abgeraten.
Eine schnelle Entspannung ist derzeit nicht zu erwarten. Vielmehr werden bis Samstagfrüh weitere Niederschläge prognostiziert. In Staulagen könnten noch einmal 50 Zentimeter Neuschnee dazukommen. Dass die Straßen nach Lech noch am Freitag wieder passierbar werden würden, hielt der Bürgermeister des Ortes, Ludwig Muxel, jedenfalls für unrealistisch. „Dazu müsste es zu schneien aufhören“, und danach sehe es derzeit nicht aus.
Wie Muxel und Christian Thöny von der Lawinenkommission bestätigten, gehe es den von der Umwelt abgeschnittenen Menschen gut. Gefahr bestehe keine, die Versorgung sei gewährleistet. Aus Gründen der Sicherheit würden aber die Straßenverbindungen nach Gargellen und Lech am Freitag geschlossen bleiben - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at
Drei Autos in Tirol verschüttet
Neben Vorarlberg hat der Winter am Dreikönigstag auch Tirol fest im Griff. Neben ergiebigen Neuschneemengen sorgten auch orkanartige Windböen für einen Anstieg der Lawinengefahr. Mehrere Straßen sind nach Lawinenabgängen blockiert. Offenbar glimpflich endete ein Abgang auf die Silvrettastraße bei Kappl, bei dem drei Autos verschüttet wurden. Die Fahrzeuginsassen konnten nach Informationen der Polizei unverletzt geborgen werden.
St. Anton nicht mehr erreichbar
Seit dem frühen Abend ist aufgrund eines Lawinenabgangs auch der Tiroler Tourismusort St. Anton nicht mehr erreichbar. Von einer Lawine bis zu vier Meter verschüttet wurde bereits am Nachmittag zudem die Zillertalbundesstraße bei Ginzling.
Laut ÖAMTC und ARBÖ ist unter anderem auch die Ötztal Straße (B186) zwischen Zwieselstein und Untergurgl wegen Schneeverwehungen gesperrt. Auch die Lechtaler Straße (B198) ist wegen Lawinengefahr an mehreren Stellen unpassierbar. Gesperrt ist auch die Silvretta-Hochalpenstraße ab Galtür und nach einem Lawinenabgabg auf der Salzburger Seite die Felbertauernstraße (B108) zwischen Matrei und Mittersill - mehr dazu in tirol.ORF.at.
Neubewertung am Samstag
Die Arlbergbahnstrecke wurde von der Lawinenkommission als nicht befahrbar befunden. Am Samstag soll die Situation neu beurteilt werden.
Arlbergbahnstrecke gesperrt
Neben mehreren Straßensperren besteht auf höher gelegenen Straßen Kettenpflicht. Probleme gab es auch im Bahnverkehr. Nachdem bereits seit der Früh mehrere Strecken unterbrochen waren, ist seit dem späten Abend die Arlbergbahnstrecke gesperrt. Laut ÖBB wurde zwischen den Bahnhöfen Ötztal und Bludenz ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die seit dem frühen Vormittag unterbrochene Strecke zwischen Schwaz und Wattens im Unterinntal war nach 15.30 Uhr hingegen wieder eingleisig befahrbar.
Auch die Karwendelbahn konnte zwischen Innsbruck und Scharnitz ihren Betrieb wieder aufnehmen, die weitere Strecke bis Mittenwald war aber wegen Lawinengefahr bis mindestens Samstagvormittag gesperrt. Weiter unterbrochen bleibt zudem die Bahnstrecke Reutte - Garmisch.
Niederschläge bis Dienstag?
Neuschnee bereitet auch den Einsatzkräften in Salzburg Sorgen. Wegen akuter Lawinengefahr wurden neben der Felbertauernstraße auch die Gerlosstraße (B165) zwischen Wald im Pinzgau und dem Rankental gesperrt. Winterliche Fahrverhältnisse herrschten in allen Salzburger Bezirken außer in der Stadt Salzburg vor. Zahlreiche Straßen waren am Freitagvormittag mit Schnee bedeckt. Auch die Tauernautobahn musste Freitagmittag bei Zederhaus (Lungau) wegen einer Lawinensprengung für 40 Minuten gesperrt werden.
Der Winter wird auch Salzburg weiterhin fest im Griff halten. „Die Sturmspitzen liegen hinter uns. Es bleibt die nächsten Tage aber windig und bis Dienstag niederschlagsanfällig“, sagte Alexander Ohms von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Salzburg. „In den Nordstaulagen, vom mittleren Pinzgau bis zum Salzkammergut, kommt jeden Tag zehn bis 20 Zentimeter Schnee dazu. In den Bergen bleibt es weiterhin tiefwinterlich.“ Die Lawinengefahr ist erheblich, in Teilen des Flachgaus sogar groß - mehr dazu in salzburg.ORF.at
Auch der Lawinenwarndienst des Landes Oberösterreich warnte am Freitag vor der gestiegenen Lawinengefahr. Einige Skigebiete des Landes sind aus diesem Grund am Freitag geschlossen. Von der Bergrettung wird auch vor Skitouren im hochalpinen Gelände gewarnt - mehr dazu in ooe.ORF.at
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