Themenüberblick

Regimewechsel in Nordafrika

Das politische Jahr 2011 ist ganz im Zeichen des „arabischen Frühlings“ in Nordafrika gestanden. Während Länder wie Tunesien, Marokko und Ägypten die Wende zur Demokratie schafften, stehen die Zeichen in Syrien und Jemen auf Bürgerkrieg. Aber es war auch das Jahr der gefallenen Politstars.

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Straßenschlachten in Tunis

AP/Christophe Ena

Jänner: Nach mehrwöchigen Straßenschlachten in Tunesien flieht Präsident Zine el Abidine Ben Ali am 14. Jänner ins Exil. Die Proteste greifen auch auf Ägypten und den Jemen über. Im Februar folgt Libyen.

Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak

APA/EPA/Dennis Brack

Februar: Am 11. Februar muss der ägyptische Präsident Hosni Mubarak dem Druck der Demonstranten auf dem Tahrir-Platz weichen.

Doktorarbeit des deutschen Ex-Ministers Karl-Theodor zu Guttenberg

APA/EPA/dpa/Daniel Karmann

März: Die Karriere des deutschen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) findet ein jähes Ende. Als bekanntwird, dass seine Doktorarbeit zum Großteil ein Plagiat ist, tritt er am 1. März zurück.

Bild von Ai Wei Wei

APA/EPA/YM YIK

April: Der chinesische Künstler Ai Weiwei wird festgenommen. Ihm werden Wirtschaftsverbrechen vorgeworfen. Er bleibt mehrere Wochen in Haft. Nach seiner Freilassung im Juni folgen eine Reihe von Schikanen vonseiten der Regierung. Unter anderem wird er der Steuerhinterziehung beschuldigt.

U-Bahn-Station in Minsk nach der Explosion

AP/Andrei Stasevich

April: Am 11. April detoniert eine U-Bahn-Bombe in der weißrussischen Hauptstadt Minsk.

Bild des verstorbenen  Papstes Johannes Paul 2.

Reuters/Stefano Rellandini

Mai: Papst Johannes Paul II. wird nur sechs Jahre nach seinem Tod von seinem Nachfolger Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.

Anwesen von Osama bin Laden in Abbottabad

APA/EPA/MD Nadeem

Mai: Amerikanische Elitesoldaten erschießen am 2. Mai Osama bin Laden in seinem Versteck in Pakistan. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 war nach dem Al-Kaida-Chef fieberhaft gesucht worden. Er hatte mit seiner Familie in einem unauffälligen Einfamilienhaus gelebt.

Ex-IWF-Boss Dominique Strauss-Kahn

Reuters/Shannon Stapleton

Mai: Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, stolpert über einen Sexualskandal. Er wird am 15. Mai nach Vergewaltigungsvorwürfen verhaftet und verliert sein Amt. Wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Klägerin kommt Strauss-Kahn im August wieder frei.

Serbischer Ex-General Ratko Mladic in Den Haag

AP/Martin Meissner

Mai: Für den serbischen Ex-General Ratko Mladic klicken am 26. Mai die Handschellen. Er muss sich nun vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen des Massakers in Srebrenica verantworten.

Begräbnisfeierlichkeiten für Otto Habsburg

APA/Helmut Fohringer

Juli: Am 4. Juli stirbt mit Otto Habsburg (98) der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers. Der langjährige Europa-Politiker wurde in der Kaisergruft in der Kapuzinerkirche beigesetzt. 3.500 Staatsgäste und Monarchen begleiten den Trauerzug.

Südsudanesen feiern ihren neuen Staat

Reuters/Thomas Mukoya

Juli: Seit dem 9. Juli ist Afrika um einen Staat reicher. Der Südsudan spaltet sich vom Norden ab und wird unabhängig.

Mann hält letzte Ausgabe von "News of the World"

APA/EPA/Facundo Arrizabalga

Juli: Die britische Zeitung „News of the World“ erscheint am 10. Juli zum letzten Mal. Das zum Imperium von Rupert Murdoch gehörende Blatt hatte mit einem Abhörskandal die britische Politik erschüttert.

Polizei erreicht die Insel Utoya

Reuters/Jan Bjerkeli

Juli: Der Rechtsextremist Anders Behring Breivik sorgt am 22. Juli für Entsetzen in Norwegen. Er löst im Zentrum Oslos eine Explosion aus, bei der acht Menschen sterben. Dann erschießt er auf einer Ferieninsel weitere 68 Jugendliche, bevor er überwältigt wird. Gutachten bescheinigen ihm im November Unzurechnungsfähigkeit.

Randale in Londoner Stadtteil Hackney

APA/EPA/Kerim Okten

August: In London brechen schwere Krawalle aus. Auslöser war der Tod eines Familienvaters durch eine Polizeikugel. Randalierer zünden Häuser und Autos an. Die Unruhen greifen auf andere Städte über. Die Polizei greift hart durch. Hunderte Demonstranten werden verhaftet.

Die Journalistin Tawakkol Karman, die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und die liberianische Aktivistin Leymah Gbowee erhalten den Friedensnobelpreis

Reuters/Scanpix Sweden

Oktober: Der Friedensnobelpreis geht 2011 an drei afrikanische Frauen. Die Journalistin Tawakkol Karman, die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und die liberianische Aktivistin Leymah Gbowee (v.l.n.r.) werden für ihren Kampf für Frauenrechte ausgezeichnet.

Ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko

APA/EPA/Sergey Dolzhenko

Oktober: Und noch ein Politstar erlebt einen tiefen Fall. Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wird wegen Betrugs zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Israelischer Soldat Gilad Schalit

AP

Oktober: Nach mehr als fünf Jahren kommt der israelische Soldat Gilad Schalit am 18. Oktober im Austausch gegen 1.027 palästinensische Häftlinge frei.

Junger Libyer, der Libyens Ex-Diktator in einem Erdloch gefunden haben soll

APA/EPA/Guillem Valle

Oktober: Libysche Rebellen erschießen den flüchtigen Ex-Staatschef Muammar al-Gaddafi am 20. Oktober mit seiner eigenen - goldenen - Pistole. Sein Sohn Saif al-Islam wird lebend gefasst. Damit enden eine 42-jährige Herrschaft und monatelanger Bürgerkrieg.

Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi

AP/Andrew Medichini

November: Die europäische Schuldenkrise fordert ihre Opfer. Eines der prominentesten ist der italienische Premier Silvio Berlusconi. Er muss am 12. November zurücktreten. Nur vier Tage später wird mit Mario Monti ein Ökonom als Regierungschef gewählt.

Schreiender Mann vor einem Plakat

Reuters/Muhammad Hamed

November: Während in mehreren Ländern des „arabischen Frühlings“ die ersten freien Wahlen stattfinden, schlittert Syrien in einen blutigen Bürgerkrieg. Im November reagiert die Arabische Liga und schließt das Land aus.

US-Flagge vor winkenden Irakern

APA/EPA/Lucas Jackson

Dezember: Neun Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs verlassen die letzten US-Truppen das Land.

Aufgebahrter  Kim Jong Il

APA/EPA/KCNA

Dezember: Am 19. Dezember stirbt der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il. Sein Sohn Kim Jong Un wird zu seinem Nachfolger ernannt. Er soll gemeinsam mit dem Militär künftig das abgeschottete Land regieren.