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Streit um Macht über Leitungen

Die Abhängigkeit der Europäischen Union von Erdgas aus Russland wird nach Einschätzung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger weiter zunehmen. Allein in den nächsten zehn Jahren soll der Bedarf um ein Sechstel steigen.

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Die Lieferungen aus Russland in die EU würden innerhalb der kommenden Dekade um 25 Milliarden auf 150 Milliarden Kubikmeter steigen, sagte Oettinger Anfang Dezember nach einem Treffen mit dem russischen Energieminister Sergej Schmatko in Moskau. EU-weit werde der Gesamtverbrauch von Erdgas bis etwa 2020 von jährlich derzeit 530 Milliarden auf 600 Milliarden Kubikmeter wachsen, betonte er.

Gegenseitige Abhängigkeit

Als Entlastung zur Abhängigkeit von Moskau treibe Brüssel den „südlichen Korridor“ voran, mit dem sich die EU vorbei an Russland mit Gas aus Mittelasien versorgen wolle, sagte Oettinger. Bekanntestes Projekt ist die geplante Pipeline „Nabucco“, die Gas vom Kaspischen Meer nach Europa leiten soll. Die Umsetzung gilt jedoch als gefährdet.

Schmatko warb bei dem Treffen erneut für das russische Konkurrenzprojekt „South Stream“, bei dem ebenfalls die wichtigsten europäischen Energieversorger beteiligt sind. Oettinger hatte stets betont, die Abhängigkeit im Gasgeschäft sei gegenseitig, denn Moskau brauche die Einnahmen.

Putin wettert gegen EU-Energiepläne

Ein zentraler Streitpunkt im Gashandel mit Russland ist derzeit das EU-Energiebinnenmarktpaket. Die EU will damit die Marktmacht von Lieferländern begrenzen. Künftig sollen Anbieter wie Russlands Staatskonzern Gasprom in der EU nicht mehr zugleich auch Leitungen kontrollieren dürfen. Moskau kritisiert die Pläne der EU als „Enteignung“.

Regierungschef Wladimir Putin hatte zuletzt gesagt, das EU-Energiepaket widerspreche dem gemeinsamen Partnerschaftsabkommen. Oettinger erklärte bei dem Treffen zwar, Russland und die EU wollten bald über eine mögliche Ausnahme für Moskau sprechen. Grundsätzliche Änderungen des Pakets seien aber unrealistisch, wurde er von russischen Agenturen zitiert.

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