Mehr „Stewards“ als Schaffner
Die Westbahn macht auf der Strecke zwischen Wien und Salzburg den ÖBB direkte Konkurrenz. Im ersten Jahr geht es 14-mal pro Tag von Wien nach Salzburg und 14-mal wieder zurück, ab dem zweiten Jahr will man die Verbindung auf jeweils 18-mal ausweiten.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Gefahren wird mit Doppelstockzügen der Schweizer Firma Stadler. Für sieben Doppelstock-Triebfahrzeugszüge mit je sechs Wagen und 501 Sitzplätze pro Zug wurden laut Westbahn ca. 100 Mio. Euro investiert. Geworben wird mit der Ausstattung der in Weiß-Blau gehaltenen Züge: Ledersitze, gratis WLAN, ein Kundenbetreuer pro Wagen und vier Cafes pro Zug sollen die Kunden zum Umstieg bewegen. Zur Ausstattung gehören auch getrennte WCs für Frauen und Männer.
Zu drei Viertel privat
Die Eigentümerstruktur der Westbahn-Muttergesellschaft Rail Holding AG ist zu drei Viertel privat. STRABAG-Chef Hans-Peter Haselsteiner und der frühere ÖBB-Personenverkehrsmanager Stefan Wehinger halten jeweils 25,93 Prozent, die Schweizer Augusta Holding ist mit 22,21 Prozent dabei. Die französische Staatsbahn SNCF hält 25,93 Prozent.
Mit Unterdruck gegen Rauch
Am umstrittensten ist wohl das Raucherabteil, das es pro Zug geben wird. Es soll rund 16 Rauchern Platz bieten. Es herrscht Unterdruck in dem Raum - damit soll verhindert werden, dass Rauch aus dem Abteil, das nur zum Rauchen, aber nicht zum permanenten Aufenthalt gedacht ist, entweicht. Weiter bestehen bleibt damit freilich das „Duftproblem“ von Rauchern in einer Nichtraucherumgebung. Die Westbahn lässt es hier notfalls auch auf eine Klage ankommen - nach Ansicht des Gesundheitsministeriums ist die Rauchmöglichkeit illegal, da es sich um einen öffentlichen Raum handle.
Zudem hat sich Westbahn verpflichtet, Tickets jeweils zur Hälfte des ÖBB-Preises anzubieten. Ein klarer Vorteil ist, dass Tickets - ohne Aufschlag - auch im Zug beim Schaffner, die bei Westbahn zum „Steward“ bzw. zur „Stewardess“ wurden, gekauft werden können - und zwar per Kreditkarte.
Auch ÖBB rüsten nach
Immerhin hat die Konkurrenz die ÖBB dazu bewogen, beim Service ebenfalls nachzurüsten: Die Züge auf der Westbahn werden den Kundenwünschen entsprechend umgestaltet - so gibt es im railJet nun Speisewagen statt Bistros. Die Callcenter wurden aufgestockt, die Mitarbeiter besser geschult, in den Zügen wird schrittweise WLAN angeboten.
Die ÖBB haben ein anderes Angebot als die Westbahn und richten sich mit der „Premium“, der „First“ und der „Economy Class“ im railJet an verschiedene Zielgruppen. Bei der Westbahn ist das Angebot in den Waggons hingegen für alle gleich.
Links: