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Mehr Dürren und Überschwemmungen

Einem Bericht des Weltklimarats (IPCC) zufolge wird die globale Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts immer häufiger zu extremen Wetterbedingungen mit längeren Dürreperioden und Überschwemmungskatastrophen führen. Dabei sind wieder einmal die armen Länder besonders betroffen.

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Der IPCC-Sonderbericht zu extremen Wetterereignissen bescheinigt der Weltgemeinschaft erneut, welche Auswirkungen ihr Nichthandeln auf die Zukunft der Erde haben kann. Eine Zusammenfassung der Analyse wurde Mitte November in der ugandischen Hauptstadt Kampala veröffentlicht.

Zwei bis fünf Grad mehr bis 2100

Die Autoren erwarten unter anderem auch in Mitteleuropa und der Mittelmeer-Region eine Zunahme der Dürren. Zugleich werde sich global gesehen die Zahl der Starkniederschläge erhöhen. In den USA, der Karibik und auf kleineren tropischen Inseln werden sich laut IPCC-Prognosen die Windgeschwindigkeiten von Wirbelstürmen erhöhen. Zudem wird die weltweite Gletscherschmelze den Bericht zufolge die Stabilität der Bergregionen gefährden.

Konkrete Folgen der „wahrscheinlichen“ Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur um zwei bis fünf Grad bis 2100 könnten Überschwemmungen etwa in den Slums von Nairobi und weitere Dürreperioden in der westlichen Sahelzone sein. Auch für kleinere Inseln im Pazifik, Atlantik und im Indischen Ozean sieht die Zukunft dem Bericht zufolge alles andere als rosig aus: Der Meeresspiegelanstieg in Verbindung mit immer heftigeren Wirbelstürmen könnte dramatische Auswirkungen auf das Leben der Inselbewohner, die Landwirtschaft, die Wirtschaftslage und die Tourismusindustrie in den betroffenen Gebieten haben.

Hitzewellen in Westeuropa nehmen zu

In Europa wird die Erderwärmung ebenfalls spürbar sein: Besonders in Westeuropa werden die Hitzewellen zunehmen und sich negativ auf die Gesundheit der Bevölkerung und vor allem älterer Menschen auswirken. Während das erwartete Extremwetter aber in den Industrieländern vor allem riesige Kosten verursachen würde, würden es in den Entwicklungsländern viele Menschen mit dem Leben bezahlen. „In der Zeit von 1970 bis 2008 ereigneten sich 95 Prozent der durch Naturkatastrophen verursachten Todesfälle in Entwicklungsländern“, heißt es in der Kurzfassung des Berichts für Politiker.

Es sei nun dringend nötig, mehr Geld in Katastrophenvorsorge und nicht nur in Katastrophenhilfe und Wiederaufbau zu stecken, sagte der Klimaexperte des Internationalen Roten Kreuzes und Mitautor des Berichts, Maarten van Aalst, der Nachrichtenagentur dpa. „Wir sehen zwar weltweit generell eine Zunahme bezüglich der Bemühungen, sich auf mögliche Katastrophen vorzubereiten, aber das ist lange noch nicht genug.“

„Vernünftige Entscheidungen“ nötig

Als Gegenmaßnahmen empfehlen die Wissenschaftler zudem eine stärkere internationale Zusammenarbeit und Kommunikation, weitere Forschungen, um die Situation zu beobachten, und eine bessere Wasser- und Abwasserversorgung. „Wir hoffen, dass der Bericht die wissenschaftliche Grundlage für vernünftige Entscheidungen bezüglich Infrastruktur, urbaner Entwicklung, öffentlicher Gesundheit und Versicherungen sein kann, ebenso wie für die Planungen von lokalen Organisationen bis hin zum internationalen Katastrophenmanagement“, sagte Chris Field, der den Bericht mitverfasst hat.

Der Weltklimarat veröffentlichte zunächst nur eine Kurzfassung des Berichts für Politiker. Der ausführliche Sonderbericht „Managing the Risks of Extreme Events and Disasters to Advance Climate Change Adaptation“ (SREX) soll im kommenden Februar erscheinen.

OECD: Global an Klimawandel herangehen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) warnte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag ebenfalls vor einem globalen Temperaturanstieg von bis zu sechs Grad bis zum Ende des Jahrhunderts. Vorgestellt wurde ein Kapitel des Umweltausblicks, der im März 2012 vollständig veröffentlicht werden soll.

„Die Regierungen müssen ihre nationalen Sichtweisen ablegen und global an den Klimawandel herangehen, wenn sie nicht wollen, dass sich die Erde um mehr als die zwei Grad erwärmt, auf die wir uns international geeinigt haben“, mahnte OECD-Generalsekretärin Angela Gurria bei dem Pressebriefing.

Laut OECD könnten sich die Treibhausgasemissionen bis 2050 verdoppeln und die globale Temperatur um zwei Grad steigen. Grund dafür seien steigende CO2-Emissionen durch den hohen Energieverbrauch. Ein Anstieg der globalen Temperatur um drei bis sechs Grad würde laut OECD das Niederschlagsmuster verändern, den Meeresspiegel steigen und die Gletscher schmelzen lassen sowie zu extremen Wetterereignissen führen.

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