Arabische Liga suspendiert Mitgliedschaft Syriens
Angesichts der fortdauernden Gewalt gegen Regierungsgegner in Syrien hat die Arabische Liga die Mitgliedschaft des Landes ausgesetzt. Zugleich wurden die arabischen Staaten aufgefordert, ihre Botschafter aus Damaskus abzuziehen, wie der katarische Außenminister und Regierungschef Hamad ben Dschassem el-Thani gestern in Kairo sagte.
Damaskus hatte am 2. November einem Friedensplan der Liga zugestimmt, diesen aber seitdem nicht angewandt. Kurz vor dem Krisentreffen der Arabischen Liga hat Syrien versprochen, Vertreter der Organisation als Beobachter ins Land zu lassen. Obwohl Syrien vor zehn Tagen einem Friedensplan der Liga zugestimmt hatte, verschärfte das Regime von Baschar al-Assad sein Vorgehen gegen die Demokratiebewegung massiv.
Syrien: „Von USA diktiert“
Syrien betrachtet die Suspendierung als „illegal“. Der Beschluss verstoße gegen wesentliche Grundsätze der Liga, sagte der syrische Chefdelegierte Youssef Ahmad in Kairo. Damit sei nur allzu deutlich geworden, dass sich die Organisation dem „Diktat der Amerikaner und des Westens“ unterworfen habe, hieß es in einer von der syrischen Nachrichtenagentur SANA verbreiteten Erklärung des Botschafters. Hinter der „von den USA befohlenen“ Entscheidung zeichne sich die Absicht ab, eine ausländische Intervention zu provozieren und das „libysche Szenario“ zu wiederholen.
„Kein Zurück“ für Syriens Revolutionäre
Seit neun Monaten dauert der Aufstand gegen Assads Regime schon - doch eine Entscheidung ist nicht in Sicht. Denn auch ein noch so blutiges Vorgehen Assads konnte die Proteste bisher nicht niederschlagen. Aufgeben ist für die Revolutionäre keine Option: „Diesen Luxus können wir uns gar nicht leisten“, gibt ein Aktivist in Österreich gegenüber ORF.at Einblick in den Aufstand. Er fordert rasche internationale Hilfe, denn „für uns gibt es kein Zurück“.
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