Arabische Liga uneins
Die Gewalt gegen die Protestbewegung in Syrien lässt nicht nach: Nach Angaben von Amnesty International wurden seit der Zustimmung Syriens zum Friedensplan der Arabischen Liga vor gut einer Woche mehr als 100 Menschen getötet. Viele der Opfer waren friedliche Demonstranten.
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Die syrischen Regierungstruppen gehen weiter mit brutaler Gewalt gegen die Gegner von Präsident Baschar al-Assad vor. Allein in den beiden Hochburgen der Proteste, Homs und Hama, kamen am Donnerstag nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten 29 Menschen ums Leben. Unter den Opfern sei auch ein Kind gewesen.
3.500 Tote
In Syrien sind seit Beginn der Proteste gegen die Führung des Landes im März mehr als 3.500 Menschen getötet worden. Das teilten die Vereinten Nationen am Mittwoch mit.
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft der syrischen Regierung Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Man habe Kenntnis von systematischen Folterungen und Tötungen von Oppositionelle in Homs, erklärte die Organisation am Freitag in Beirut. Das erfülle den Tatbestand des Verbrechens gegen die Menschlichkeit. Syrien solle deshalb vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden.
Provisorische Kliniken behandeln Verletzte
Ein Aktivist sagte der Nachrichtenagentur dpa im Libanon: „Einige der Verletzten trauten sich aus Angst vor einer Festnahme nicht in die staatlichen Krankenhäuser.“ Deshalb seien sie in provisorischen Kliniken nur notdürftig behandelt worden. Am Stadtrand von Damaskus kam es nach seinen Worten zu Massenverhaftungen. Sicherheitskräfte der Regierung hätten Häuser durchsucht und mehr als 50 Personen festgenommen. Wegen der Medienblockade durch das Regime gibt es keine unabhängige Überprüfung der Angaben.
Krisentreffen am Samstag
Amnesty forderte die Arabischen Liga auf, für schärfere Sanktionen sowie für die Einreise internationaler Beobachter nach Syrien einzutreten. Unter den arabischen Staaten gibt es nach Angaben aus Diplomatenkreisen allerdings eine heftige Kontroverse über den künftigen Umgang mit dem Assad-Regime. Wegen des andauernden Blutvergießens will die Organisation am Samstag in Kairo zu einem Krisentreffen zusammenkommen. Syriens Führung sei an der Umsetzung der gemeinsam getroffenen Vereinbarung gescheitert, lautete die Begründung.
Die Führung in Damaskus hatte versprochen, das Militär innerhalb von zwei Wochen aus den Städten abzuziehen und alle politischen Gefangenen freizulassen. Außerdem sollten internationale Beobachter sowie Journalisten künftig ins Land einreisen dürfen.
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