Immer mehr Anschläge auch in Kabul
Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich im laufenden Jahr nach Angaben der Vereinten Nationen (UNO) dramatisch verschlechtert. Bis Ende August seien monatlich im Schnitt 2.108 „Vorfälle“ registriert worden, hieß es in einem Ende September veröffentlichten Bericht von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon an den Weltsicherheitsrat. Das sei ein Plus von 39 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.
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Ban stellte in dem dreimonatigen Berichtszeitraum „beträchtliche politische Unbeständigkeit und beunruhigende Niveaus der Unsicherheit“ in Afghanistan fest. Nach der jüngsten Einschätzung der Internationalen Schutztruppe (ISAF) verbesserte sich dagegen die Sicherheitslage. Wie es im UNO-Bericht weiter hieß, lag die Zahl der Selbstmordanschläge bis Ende August bei durchschnittlich zwölf pro Monat und damit unverändert zum Vorjahreszeitraum.
50 Prozent mehr Selbstmordkommandos
Allerdings habe der Anteil komplexer Angriffe von Selbstmordkommandos in dieser Zeit um 50 Prozent zugenommen. Ein solches Kommando hatte etwa Anfang September im Zentrum Kabuls die US-Botschaft und das ISAF-Hauptquartier unter Beschuss genommen. Sicherheitskräfte konnten den Angriff erst nach rund 20 Stunden niederschlagen. Auch nach diesem Angriff hatte die ISAF an ihrer Einschätzung festgehalten, dass sich die Sicherheitslage in Afghanistan verbessert habe. Ihr Sprecher, der deutsche Bundeswehr-General Carsten Jacobson, hatte gesagt, es sei gelungen, den Trend der Vorjahre zu brechen.
Auch immer mehr zivile Opfer
In den vergangenen Jahren verschärfte sich die Sicherheitslage stetig. Vor zehn Jahren begann der US-geführte Angriff auf Afghanistan, der zum Sturz des Taliban-Regimes führte. Auch die Zahl der zivilen Opfer bei dem Konflikt nimmt nach Angaben der UNO weiter zu.
Zwischen Juni und August habe die UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) 971 getötete und 1.411 verletzte Zivilisten gezählt, hieß es in dem Bericht Bans. Das sei eine Zunahme von fünf Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Aufständische waren demnach für 77 Prozent dieser Fälle verantwortlich, afghanische und ausländische Sicherheitskräfte für zwölf Prozent. Den Rest konnte UNAMA keiner Konfliktpartei zuordnen.
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