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Taliban weiter stark im Drogenhandel

Drogen sind weiter die größte Einnahmequelle der radikalislamischen Taliban in Afghanistan. Auf diese anhaltende Gefahr durch Opiate aus Afghanistan verweist eine Analyse des in Wien stationierten UNO-Büros für Drogen und Organisiertes Verbrechen (UNODC), die Ende Juli veröffentlicht wurde.

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„Afghanistan bleibt der weitaus größte Produzent an illegal gehandeltem Opium und Heroin. Das führte im Jahr 2009 zu einem Umsatz von 68 Milliarden US-Dollar (47,7 Mrd. Euro)“, hieß es in der Aussendung. Erlöse aus Anbau, Transport und Handel von Drogen gehören zu den wichtigsten Einnahmequellen von Aufständischen. Immer wieder kommt es allerdings auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Taliban und anderen Gruppierungen im Streit um die Aufteilung des Drogengeschäfts.

Wichtigste Chemikalie aus der Industrie

Weltweit gibt es rund 16,5 Millionen Menschen, die Opiatmissbrauch haben. Zwölf bis 13 Millionen Menschen konsumieren Heroin. Von den insgesamt weltweit jährlich 375 Tonnen entfallen 150 Tonnen auf Europa. Der Bericht analysiert auch die Produktionsmechanismen für Heroin. Die illegalen Drogenlabors sind hier als Hilfsstoff auf Azetanhydrit (Essigsäureanhydrit) angewiesen.

Diese Chemikalie wird in der Industrie verwendet. Weltweit beträgt die Produktionsmenge rund eine Million Tonnen pro Jahr. Allein im Jahr 2009 wurden vor allem im südlichen Afghanistan 38 Tonnen Azetanhydrit in Drogenlabors beschlagnahmt.

Kaum Profite für afghanische Bauern

Insgesamt dürften laut UNODC 300 bis 500 solcher Labors für die Produktion des weltweit verfügbaren Heroins verantwortlich sein. Von dem umgerechnet fast 48 Milliarden Euro „schweren“ Profiten mit Heroin entfallen nur 440 Millionen US-Dollar (309 Mio. Euro) auf jene Bauern in Afghanistan, die Mohnanbau betreiben.

Drogenfund im Wert von 350 Millionen Dollar

Die NATO-geführte Internationale Schutztruppe (ISAF) meldete Ende September einen Rekorddrogenfund in Afghanistan: Sicherheitskräfte hätten in der als Taliban-Hochburg geltenden Provinz Helmand im Süden des Landes drei Labore ausgehoben und Drogen mit einem geschätzten Straßenwert von mehr als 350 Millionen Dollar (rund 260 Mio. Euro) sichergestellt, teilte die ISAF in Kabul mit. Bei dem Fund handle es sich um den größten, den afghanische und ausländische Truppen jemals gemeinsam verbuchen konnten.

Die ISAF teilte mit, Sicherheitskräfte hätten die drei Labore zerstört. Außerdem seien 6.870 Liter Morphinlösung, 100 Kilogramm Heroin, 80 Kilogramm Opium, 12.065 Kilogramm Chemikalien zur Drogenaufbereitung und Vorrichtungen zur Produktion von Rauschmitteln vernichtet worden.

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