Themenüberblick

Handel soll wieder aufblühen

Der Wiederaufbau im Bürgerkriegsland Afghanistan soll durch eine engere wirtschaftliche Verflechtung mit den Nachbarstaaten unterstützt werden. Dazu wurde in New York am Rande der UNO-Generalversammlung im September eine Initiative mit dem Namen „Neue Seidenstraße“ aus der Taufe gehoben.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Das Ende September vorgestellte Vorhaben wird von den USA, Deutschland und Afghanistan getragen. Ziel ist es, das Land am Hindukusch wie in früheren Jahrhunderten zu einer regionalen Handelsdrehscheibe zu machen. Geplant ist auch eine engere regionale Zusammenarbeit in den Bereichen Transport und Energieversorgung. Vergleichbare Initiativen kamen in den vergangenen Jahren kaum voran.

Afghanistan soll unabhängiger werden

Im Namen lehnt sich das „New Silk Road“-Konzept an die Seidenstraße an, deren wichtigste Route früher Ostasien mit dem Mittelmeer verband. US-Außenministerin Hillary Clinton hob den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und politischer Stabilität hervor. „Afghanistan braucht zu Hause eine nachhaltige Wirtschaft, die nicht von internationaler Hilfe abhängig ist.“ Ziel ist es auch, Afghanistan weniger abhängig von Transferzahlungen des Westens zu machen. Die großen Geberländer haben aber bereits versprochen, auch nach dem für 2014 geplanten Abzug der Kampftruppen weiterhin zu helfen.

Blütezeit vom 6. bis zum 10. Jahrhundert

Die Seidenstraße hatte bereits vor mehr als 2.000 Jahren das Mittelmeer mit dem Zentrum Chinas verbunden. Erst im 19. Jahrhundert bekam der einst bedeutende Handelsweg von dem deutschen Geografen Ferdinand von Richthofen seinen bis heute bekannten Namen - nach dem seit der Antike begehrten chinesischen Exportprodukt Seide.

Besonders in der Blütezeit dieses Netzes von Handelswegen vom 6. bis zum 10. Jahrhundert transportierten Kamelkarawanen mit oft mehreren hundert Tieren neben Seide auch Gold und Glas, Gewürze und Eisen, Keramik, Jade und andere Güter zwischen Europa und Asien. Auch Religionen wurden entlang der Seidenstraße verbreitet. So kam auf ihren Wegen der Buddhismus von Indien nach China, der Islam von Arabien nach Mittelasien.

Mehr als 6.000 Kilometer lang

Von der alten chinesischen Metropole Changan (Xian) führte der beschwerliche und mehr als 6.000 Kilometer lange Weg nach Westen. Die Taklamakanwüste im Westen Chinas wurde auf einer nördlichen und einer südlichen Strecke umgangen. Beide Wege trafen im alten „Verkehrsknotenpunkt“ Kashgar wieder zusammen.

Von dem einst mächtigen Handelsposten zweigte eine Südroute über Afghanistan nach Indien ab. Eine Nordroute verlief von dort über die mittelasiatischen Städte Samarkand und Buchara bis zum Schwarzen Meer. Auf der Hauptstrecke zogen die Karawanen von Kashgar mit weiteren Abzweigungen durch Nordpersien bis zum Ostrand des Mittelmeeres.

Links: