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Fall wird untersucht

Die österreichische Sektion der Hackergruppe Anonymous, AnonAustria, hat Dienstagnacht über ihr Konto beim Kurznachrichtendienst Twitter bekanntgegeben, im Besitz von 600.475 Datensätzen der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) zu sein. Die Krankenkasse untersucht den Fall.

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Die Gruppe sei nicht über einen Hack an die Daten gekommen, sondern „darüber gestolpert“, schreibt sie, die Daten lägen in ZIP-komprimierter Form bei einem Onlinespeicherdienst.

Keine Gesamtveröffentlichung geplant

Die Angaben konnten bisher nicht verifiziert werden. Bis dato stellten die Hacker keine Daten aus der mutmaßlichen neuen Quelle ins Netz und wollen das nach Eigenangaben auch nicht tun. Man überlege, Auszüge aus dem Material als Beweis online zu veröffentlichen.

Zum Inhalt der Datensätze gab die Gruppe auch noch kaum Fakten bekannt, es seien aber auch die Daten prominenter Personen wie Tobias Moretti und Hansi Hinterseer darunter. Angegeben sind demnach mindestens Name, Adresse und Geburtsdatum der Personen. Auch über die Aktualität der Daten machte die Gruppe keine Angaben.

Daten an Vertragspartner gegeben

Gegenüber ORF.at sagte eine Sprecherin der TGKK, man sei noch dabei, den Fall zu untersuchen. Man sei bisher von den Hackern auch noch nicht kontaktiert worden. Die TGKK hat laut eigenen Angaben auf ihrer Website rund 540.000 Versicherte und Mitversicherte in Tirol. Laut Auskunft der Krankenkasse ist diese Zahl auch aktuell.

TGKK-Obmann Michael Huber sagte der APA, es könnte sich bei der Datenbank um Datensätze handeln, die die Krankenkasse monatlich an Vertragspartner wie zum Beispiel Ärzte und das Rote Kreuz weitergebe. Mit diesen Daten könne überprüft werden, ob jemand tatsächlich versichert sei. Nicht enthalten seien dabei Aufzeichnungen über Erkrankungen der 550.000 TGKK-Versicherten, beteuerte Huber.

Anzeige gegen unbekannt

Huber kündigte eine „Anzeige gegen unbekannt“ an. Die Polizei und deren Fachleute sollten sich mit der Veröffentlichung der Daten befassen. Es handle sich um eine „kriminelle Geschichte“, auch wenn man angeblich „zufällig“ über die Datensätze gestolpert sei.

Die Diskrepanz zwischen der von AnonAustria kolportierten Zahl der Datensätze und jener der TGKK-Versicherten ist noch nicht geklärt, sie könne aber mit der Struktur der Datenbank zusammenhängen. Nach der Veröffentlichung von rund 25.000 Namen und Adressen österreichischer Polizisten ist es bereits das zweite Datenleck bei einer großen österreichischen Organisation, auf das AnonAustria in dieser Woche aufmerksam gemacht hat.

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