Post stellt Werbung nicht mehr täglich zu
Die Post wird künftig nicht mehr alles täglich zustellen. Ab Februar 2012 sollen Postsendungen in zwei Kategorien unterteilt und getrennt zugestellt werden, schreibt der „Kurier“ (Samstagausgabe).
Während adressierte Briefe und Pakete sowie Tageszeitungen unverändert täglich zugestellt werden, landen adressierte und unadressierte Werbesendungen, Massenmailings und Regionalzeitungen nur noch zwei- oder maximal dreimal in der Woche im Briefkasten.
Sortierung nur noch an drei Tagen
Grund für diese „rollierende Zustellung“ ist eine automatische Sortierung und Bündelung aller Infopostsendungen an nur noch drei Standorten in Österreich, heißt es in der Zeitung. Die Hightech-Maschinen, genannt Collatoren, bündeln künftig in Wien, Salzburg und Graz alle Prospekte pro Haushalt in einen gemeinsamen Umschlag, der „zustellfertig“ vom Briefträger übernommen wird.
Den betroffenen rund 10.000 Briefträgern drohen durch die Trennung von Sortierung und Zustellung Einkommensverluste. Bisher erhielten sie für die Vorsortierung eine eigene „Infopostprämie“, die nun wegfällt. „Den Zustellern Geld wegzunehmen, aber dafür ihre Rucksäcke vollzustopfen, das wird es nicht geben“, zitiert der „Kurier“ Postgewerkschafter Martin Palensky. Der Betriebsrat versucht in Verhandlungen mit dem Management gerade, diese Einkommensverluste abzufedern.
Handel nicht erfreut
Kaum Freude haben freilich auch die großen Handelsunternehmen: Sie fürchten, dass die Prospektzustellung künftig zum Lotteriespiel wird, weil die Post eine taggenaue Zustellung nicht mehr gewährleisten kann. Rabattaktionen und spezielle Kampagnen finden aber zumeist an einem ganz bestimmten Tag statt. Erhält der Kunde die Info darüber zu spät, ist sie wertlos.
Die Post selbst versucht zu beruhigen. „Wir haben mit dem Collator ein Blech in den Ofen geschoben, aber die Sache ist noch lange nicht fertig gebacken“, umschreibt Postsprecher Stephan Fuchs den Prozess. Sowohl mit Kunden als auch mit dem Betriebsrat gäbe es intensive Gespräche. Ziel sei es, Kosten in der Zustellung einzusparen.