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Fast 70 Autos in dieser Woche abgebrannt

Die Serie von Brandanschlägen auf Autos in Berlin geht weiter. In der vierten Nacht in Folge setzten Unbekannte in mehreren Stadtteilen Fahrzeuge in Brand. Insgesamt wurden in der Nacht zum Freitag elf Autos angezündet, zwei weitere Versuche blieben vergeblich. Zudem wurden nach Angaben der Polizei sieben Fahrzeuge durch Feuer in Mitleidenschaft gezogen.

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Seit der Nacht zum Dienstag sind damit durch Brandstiftungen und übergreifende Flammen in der deutschen Hauptstadt 67 Fahrzeuge ganz oder teilweise beschädigt worden. Bisher konnten die unbekannten Täter erfolgreich flüchten. Über die Motive der Brandstiftungen gibt es bei der Polizei unterschiedliche Einschätzungen. Neben politischen Anschlägen gebe es auch zunehmend Nachahmungstäter, hieß es.

Ausgebrannte Autos

Reuters/Tobias Schwarz

Zwei ausgebrannte Autowracks

Mehrere Stadtteile betroffen

Kein politisches Motiv gibt es vermutlich für einen Brand auf einem Schrottplatz in Schmöckwitz im Osten der Stadt. Dort wurden sechs Autos angezündet, weitere sechs wurden beschädigt. Die Polizei sicherte dort Einbruchsspuren. Etwas später fingen in der Nähe zwei weitere Autos Feuer. Die Beamten gingen in diesem Fall von Brandstiftung aus, der auf den ersten Blick in das Muster der vergangenen Nächte passe.

Feuerwehr löscht ein Auto

Reuters/Thomas Peter

Die Feuerwehr löschte den Brand

Dasselbe gelte für eine Brandstiftung im Stadtteil Moabit, so die Polizei weiter. Dort stand gegen 1.15 Uhr ein Auto auf einem Hinterhof in Flammen, ein weiteres wurde beschädigt. Kurz nach 03.00 Uhr brannte es dann auch in Neukölln-Rudow: Ein geparktes Mittelklasseauto stand in Flammen. Bereits vor Mitternacht war ein Auto in Kreuzberg angezündet worden. Doch hierbei handele sich um eine Brandstiftung mit völlig anderen Motiven, denn das hochwertige Cabriolet sei als gestohlen gemeldet, so die Polizei weiter. Das Feuer sei zudem im Inneren des Wagens gelegt worden. Freitagfrüh wurde dann versucht, in Berlin-Charlottenburg ein weiteres Auto anzuzünden.

Merkel: „Große Sorge“

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich unterdessen beunruhigt über die Serie von Brandanschlägen. Sie schaue „mit großer Sorge“ auf die mutwillig in Brand gesteckten Wagen, sagte Merkel am Donnerstag. Merkel sagte, nun müsse in aller Öffentlichkeit den Sicherheitskräften der Rücken gestärkt werden. „Dafür setzt sich die Bundesregierung ein.“ Sie sei allerdings „einigermaßen zuversichtlich“, dass Deutschland von Krawallen wie jüngst in Großbritannien verschont bleibe.

Wowereit ruft Bevölkerung zu Mitarbeit auf

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche nach den Tätern auf. „Wir haben es mit purem Vandalismus und kriminellen Straftaten zu tun“, sagte Wowereit in Berlin. Die Polizei macht einen guten Job und verdiene Unterstützung. Er appelliere deshalb an die Bevölkerung, „mitzuhelfen, die Täter dingfest zu machen, indem sie verdächtige Beobachtungen der Polizei meldet“.

Rund 100 Polizisten zusätzlich unterwegs

Polizei und Staatsanwaltschaft setzten mittlerweile eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise auf die Täter aus. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting (SPD) lehnte aber die Bildung einer Sonderkommission ab, weil das Landeskriminalamt bereits eine eigene Abteilung für die Brandstiftungen habe. Eine Polizeisprecherin sagte, dass wegen der Brandstiftungen jede Nacht rund 100 Beamte zusätzlich „in Uniform und Zivil“ unterwegs seien.

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