Die vielen Gesichter des Jeff Bridges
Jeff Bridges ist Hollywoods Chamäleon, ein Verwandlungskünstler, der jedes Genre meistert - und er wurde dafür 2010 mit einem Oscar belohnt. Es war einmal mehr die Rolle eines Außenseiters, eines schrägen Typen, die Bridges Ruhm und Ehre einbrachte: In dem Drama „Crazy Heart“ spielte er einen abgehalfterten Country-Sänger - ohne Schnörkel und mit Tiefe.
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Bereits eine kleine Auswahl seiner Rollen zeugt von seiner Vielseitigkeit: In der Militärsatire „Männer, die auf Ziegen starren“ glänzte Bridges an der Seite von George Clooney als langhaariger Hippie in Soldatenuniform. In „New York für Anfänger“ stellte er einen coolen New Yorker Altyuppie dar, in dem Comic-Action-Streifen „Iron Man“ wurde er zum Gegenspieler des Superhelden, gespielt von Robert Downey Jr.
Abwechslungsreiche Karriere
In dem Mystery-Thriller „K-Pax - Alles ist möglich“ geriet er als Psychiater an einen rätselhaften Patienten (Kevin Spacey), in „Rufmord - Jenseits der Moral“ gab er als US-Präsident den Ton an. „Ich habe nie einen geradlinigen Kurs als Movie-Star verfolgt“, begründete er einmal seine abwechslungsreiche Karriere. „Ich freue mich jedes Mal über eine 90-Grad-Wende von meiner letzten Rolle.“
Der Weg nach Hollywood war Bridges quasi in die Wiege gelegt worden. Seine erste Filmrolle hatte er als Baby in den Armen von Jane Grey in „The Company She Keeps“. Dazu kam er, weil sein Vater Lloyd Bridges ein erfolgreicher Hollywood- und TV-Darsteller war. Jeff, der jüngste Sohn der Dynastie, zu der auch sein älterer Bruder Beau Bridges gehört, ist längst der berühmteste und erfolgreichste Namensträger.
Die Oscar-Nominierungen
Zum ersten Mal für einen Oscar nominiert wurde Bridges vor fast vier Jahrzehnten, in dem Kultfilm „Die letzte Vorstellung“ von Peter Bogdanovich. Drei weitere Nominierungen folgten 1974 für „Die letzten beißen die Hunde“, 1985 für „Starman“ und 2001 für „Rufmord - Jenseits der Moral“.
Sein musikalisches Talent zeigte er bereits an der Seite seines Bruders Beau in „Die fabelhaften Baker Boys“ - als Barmusiker verdreht er einer Sängerin, gespielt von Michelle Pfeiffer, den Kopf. Terry Gilliam holte ihn für die skurrile Komödie „König der Fischer“ vor die Kamera. In dem Drama „Fearless - Jenseits der Angst“ überlebt er einen Flugzeugabsturz, in „Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg“ spielt er den Besitzer eines in den 30er Jahren berühmt gewordenen Rennpferdes.
Im „Dude“ wiedererkannt
In der Romanverfilmung „The Door in the Floor - Die Tür der Versuchung“ brillierte Bridges in der Rolle eines extrovertierten Schriftstellers, dessen Ehefrau (Kim Basinger) an dem Unfalltod ihrer Söhne zerbricht. Unter der Regie der Coen-Brüder gab er in „The Big Lebowski“ den lebensweisen Verlierertypen - die Rolle seines Lebens. In einem Interview mit dem „Playboy“ sagte Bridges Anfang des Jahres, die Coen-Brüder hätten ihm den Film auf den Leib geschrieben und tatsächlich habe er sich selbst im Charakter des „Dude“ zu 100 Prozent wiedererkannt.
Zwei Alben veröffentlicht
Auch als Musiker trat Bridges bereits zweimal in Erscheinung. 2000 veröffentlichte er sein erstes Album „Be Here Soon“, auf dem er zusammen mit Michael McDonalds von den Doobie Brothers eine Mischung aus Rock-, Jazz- und Reggaemusik vorlegte. Bridges spielt Piano und Gitarre. Im Jahr 2011 veröffentlichte er ein schlicht „Jeff Bridges“ betiteltes Album im Countrystil mit Einflüssen aus Blues-, Folk- und Rockmusik.
Nachdem ihm in seinen frühen Jahren in der Boulevard-Presse Rauschgifterlebnisse und Affären mit Kolleginnen vorgerechnet wurden, wendete sich vor mehr als drei Jahrzehnten das Blatt. Seit 1977 ist Bridges mit der Fotografin Susan Geston verheiratet. Sie waren sich bei den Dreharbeiten zu „Rancho Deluxe“ begegnet, als Geston noch als Dienstmädchen auf einer Ferienranch jobbte.
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