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Gerüchte über Armeeeinsatz

Bewaffnet mit einem Besen hat sich Londons Bürgermeister Boris Johnson zuletzt an die durch die Krawalle der letzten Tage zunehmend verunsicherte Bevölkerung seiner Stadt gewandt. Doch ungeachtet hoher Versprechungen war die lautstarke Kritik an den Führungskräften des Landes nicht zu überhören.

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So wie der britische Premier David Cameron sieht sich auch Johnson etwa mit dem Vorwurf konfrontiert, ungeachtet der Ereignisse in London zunächst seinen Urlaub fortgesetzt zu haben. Mit „Wo waren Sie?“ wird etwa in der „Daily Mail“ eine Geschäftsbesitzerin zitiert, die Johnson vorwarf, sie sei ungeschützt den plündernden Massen ausgeliefert gewesen. Johnson war erst am Dienstag von seinem abgebrochenen Kanada-Urlaub nach London zurückgekehrt.

Londons Bürgermeister Johnson steht mit einem Besen in einer Menschenmenge

AP/Matt Dunham

Johnson zeigt sich nach Urlaubsabbruch mit Besen

Vorwürfe auch gegen Cameron

Die Ereignisse in London veranlassten zuvor auch Cameron zum frühzeitigen Verlassen seines Feriendomizils in der Toskana. Zum Beweis seiner Führungsstärke hätte nach Ansicht des Nachrichtenportals WalesOnline Cameron allerdings schon weit früher die Rückreise antreten müssen.

Kritisiert wurde zudem, dass beim Ausbruch der Proteste am Wochenende neben Cameron und Johnson mit Vizepremier Nick Clegg gleich drei Führungskräfte des Landes außer Land gewesen seien und der Eindruck eines politischen Vakuums entstanden sei.

Auch Glegg bekam bereits den Unmut der Bevölkerung zu spüren und wurde bei einem Besuch in dem ebenfalls von Krawallen heimgesuchten Birmingham mit „Geh nach Hause“-Rufen empfangen.

Parlamentssitzung einberufen

Der Londoner Bürgermeister rief unterdessen die Regierung auf, ihre krisenbedingten Sparpläne und darin vor allem die geplanten Streichungen bei den Sicherheitskräften noch einmal zu überdenken. Cameron versprach nach einer neuerlichen Krisensitzung am Mittwoch erneut verschärfte Vorgangsweise gegen Randalierer.

Der britische Premier David Cameron hält eine Rede

Reuters/Suzanne Plunkett

Cameron will nun scharf gegen Randalierer vorgehen

„Jeder, der gewalttätig wurde, wird ins Gefängnis geschickt.“ Kritik an der Publikation von Bildern von mutmaßlichen Plünderern auf einer Polizei-Webseite wies er zurück. „Wir werden uns durch falsche Menschenrechtsbedenken nicht von der Veröffentlichung von Bildern und vom Ergreifen dieser Individuen abhalten lassen“, sagte der Premier.

Umfrage: Mehrheit für Armeeeinsatz

Laut einem Bericht des „Telegraph“ gilt selbst der Einsatz der Armee als nicht mehr ausgeschlossen. Konkret sei der Zeitung zufolge mit dem Spearhead Lead Element bereits eine Sondereinsatzgruppe in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die Bevölkerung spricht sich laut einer aktuellen YouGov-Umfrage mit 77 Prozent deutlich für einen Einsatz der Streitkräfte aus. Zudem zeigen sich 57 Prozent mit der Krisenbewältigung von Cameron unzufrieden. 85 Prozent befürchten zudem, dass ein Großteil der Randalierer nun ungeschoren davonkommen werde.

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