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Auf gerichtliche Anordnung

Ende 2009 musste Guatemala auf Anordnung des Amerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte den Hinterbliebenen des Bürgerkriegsmassakers von 1982 drei Millionen Dollar (2,09 Mio. Euro) Entschädigung zahlen. Das Gericht urteilte, dass die guatemaltekische Regierung es versäumt habe, das berüchtigte Massaker von Dos Erres nicht aufgeklärt zu haben.

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Innerhalb von drei Tagen töteten damals Spezialkräfte des Militärs mehr als 200 indigene Dorfbewohner auf besonders brutale Weise.

„Starke Botschaft“

Das Urteil sei eine starke Botschaft, sagte die guatemaltekische Menschenrechtsbeauftragte Ruth del Valle der Nachrichtenagentur Reuters. Sie bestätigte, dass die Regierung die Entschädigung zahlen werde.

Kurz zuvor wurde erstmals ein früherer Oberst wegen der Verschleppung und Ermordung von acht Bauern zu einer Haftstrafe von 53 Jahren verurteilt. Das Urteil war ein Meilenstein in der nur zögerlichen Aufarbeitung eines der schwersten Konflikte Lateinamerikas. „Wir haben erreicht, was wir wollten - Gerechtigkeit, denn in diesem Land gibt es kaum Gerechtigkeit“, sagte ein Hinterbliebener nach dem Urteil.

201 Menschen brutal ermordet

Das Massaker von Dos Erres, bei dem 201 Menschen starben, ist zum tragischen Sinnbild eines der gewaltsamsten Konflikte in Lateinamerika geworden: Eine von den Vereinten Nationen (UNO) eingesetzte Wahrheitskommission kam zu dem Schluss, dass Soldaten bei dem Massaker Babys gegen Bäume und Mauern geworfen hatten. Die Erwachsenen wurden in einer Kirche eingesperrt und später ebenfalls getötet.

Während des 36-jährigen Bürgerkriegs, in dem das Militär eine linke Guerilla bekämpfte, starben in dem relativ kleinen mittelamerikanischen Land etwa 240.000 Menschen, die meisten von ihnen waren Indios vom Stamm der Maya.

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