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Erste Lieferung mit zehn Tonnen

Die UNO hat am Mittwochnachmittag ihre Luftbrücke zur Lieferung von Nahrungsmitteln in das dürregeplagte Somalia gestartet. Zunächst sei ein Flugzeug mit zehn Tonnen Nothilfsgütern an Bord von der kenianischen Hauptstadt Nairobi aus auf den Weg in das am stärksten von der Hungerkrise am Horn von Afrika bedrohte Land gebracht worden, erklärte das Welternährungsprogramm (WFP).

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Das Flugzeug des WFP landete Mittwochnachmittag in der somalischen Hauptstadt Mogadischu. Die Hilfen sind vor allem für hungerleidende Kinder gedacht. Die Hilfsgüter reichten aus, mehrere tausend Kinder einen Monat lang zu ernähren, hieß es. Das Flugzeug soll in den nächsten Stunden in Somalia landen. Weitere sollen in den nächsten Tagen folgen.

Über die Luftbrücke will die UNO-Behörde auch Gebiete in Äthiopien und im kenianischen Grenzgebiet versorgen. Insgesamt sollen so in den kommenden Tagen rund 100 Tonnen Nahrungsmittel in die Region gebracht werden. „Eine Luftbrücke ist der schnellste Weg, Lebensmittel ins Land zu bringen“, sagte WFP-Sprecherin Susannah Nicol. Die Hilfsgüter sollen in ein Warenhaus gebracht und an Ort und Stelle von humanitären Organisationen verteilt werden. Der Start der Flugzeuge war eigentlich bereits für Dienstag geplant gewesen. Aufgrund von bürokratischen Hürden beim Zoll in Kenia musste er jedoch verschoben werden.

Milizen verweigern Organisationen Zugang

Die Versorgung der besonders stark von der Hungersnot betroffenen somalischen Bevölkerung gestaltet sich extrem schwierig: Milizen kontrollieren weite Teile des Landes und verweigern internationalen Hilfsorganisationen den Zutritt zu den von ihnen besetzten Gebieten. Angesichts der dramatischen Dürre hatte die islamistische Al-Schabab-Miliz Anfang Juli zwar eine radikale Wende in ihrer Haltung unternommen und um internationale Hilfe für die hungernde Bevölkerung gebeten.

Das nahm sie aber vor wenigen Tagen wieder zurück und warf den internationalen Hilfsorganisationen vor, „in politische Aktivitäten involviert“ zu sein. Al-Schabab-Sprecher Ali Mohamud Rage bezeichnete die Berichte der Vereinten Nationen über die Hungersnot als „kompletten Unsinn, 100 Prozent ohne Grundlage und pure Propaganda“.

Somalische Mutter mit ernstem Blick und unterernährtem Kind

APA/EPA/Abukar Albadri

Die Menschen kommen nach tagelangen Fußmärschen völlig geschwächt in den überfüllten Flüchtlingslagern an

Millionen auf Hilfe angewiesen

Die Hungerkrise bedroht allein in Somalia rund 3,7 Millionen Menschen. Die UNO hatte vor einer Woche für Teile des Landes offiziell eine Hungersnot erklärt. In Dschibuti, Äthiopien, Kenia und Uganda leiden Millionen weitere Menschen unter der schlimmsten Dürre seit 60 Jahren. UNO-Vertreter bezifferten den Hilfsbedarf bis Jahresende auf rund zwei Milliarden Dollar (1,4 Mrd. Euro).

Flüchtlingslager hoffnungslos überfüllt

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen rügte unterdessen die kenianische Regierung für ihren Umgang mit somalischen Flüchtlingen, die in ein schlechter ausgestattetes Lager umgesiedelt werden sollen. Seit Montag werden demnach etwa 200 Familien am Tag aus dem überfüllten Lager in Dadaab in ein Erweiterungslager gebracht, wo es nur wenige Wasser- und Sanitäreinrichtungen und eine spärliche Grundversorgung gebe.

Obwohl jetzt Wasser mit Lastwagen in das neue Lager gebracht und schnell Latrinen gegraben würden, erfülle das Lager nicht die humanitären Mindeststandards. Darüber hinaus verfüge das Lager über kein Krankenhaus. Dagegen bleibt nach den Angaben ein nur wenige Kilometer entferntes Erweiterungslager ungenutzt, das schon im November eröffnet werden sollte und in dem es Latrinen, Duschen, Stromversorgung, einige Unterkünfte und Schulen gibt.

EU stockt Gelder auf

Die EU-Kommission stockte am Mittwoch ihre Hilfsgelder für die Hunger- und Dürreopfer auf. Die für humanitäre Hilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgijewa zeigte sich in Brüssel über die Zustände in den afrikanischen Ländern erschüttert. „Wir müssen alles tun, um Direkthilfe zu gewährleisten.“ Konkret wird die EU zusätzlich zu dem für die Region bereitgestellten Betrag von 70 Millionen Euro und folgenden 27,8 Millionen weitere 60 Millionen zur Verfügung stellen. Davor hatte am Montag nach einem UNO-Krisentreffen die Weltbank 500 Millionen Dollar (348 Mio. Euro) an Hilfsgeldern versprochen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief auch die Golfstaaten zu Hilfen auf.

Spendenmöglichkeit

  • Caritas: PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Hungerhilfe; Caritas online spenden (www.caritas.at)
  • CARE: PSK 1.236.000, BLZ 60.000; CARE online spenden(www.care.at/spenden)
  • Diakonie Katastrophenhilfe: PSK 2.313.300, BLZ 60.000, Kennwort: Somalia; Diakonie online spenden
  • Ärzte ohne Grenzen: PSK 93.040.950, BLZ 60.000, Kennwort: Notfallfonds „Ostafrika“; Ärzte ohne Grenzen online spenden
  • World Vision Österreich: PSK 90.890.000, BLZ 60.000, Kennwort: Hunger Afrika; World Vision online spenden
  • UNICEF: PSK 1.516.500, BLZ 60.000, Kennwort: Kinder Horn von Afrika; UNICEF online spenden(www.unicef.at/spenden)
  • Kindernothilfe: PSK 92.144.077, BLZ 60.000, Kennwort: Dürre Afrika; Kindernothilfe online spenden
  • Österreichisches Rotes Kreuz: PSK 2.345.000, BLZ 60.000, Kennwort: Dürre in Afrika; Rotes Kreuz online spenden
  • Hilfswerk Austria International: PSK 90.001.002, BLZ 60.000, Kennwort: Dürre in Afrika
  • AMREF Österreich: Hypo Salzburg 211.018.700, BLZ 55.000
  • Entwicklungshilfeklub: Erste Bank 31.005.405.150, BLZ 20.111
  • Volkshilfe: PSK 1.740.400, BLZ 60.000, Kennwort: Dürre Afrika; Volkshilfe online spenden
  • Missio Päpstliche Missionswerke: PSK 7.015.500, BLZ 60.000, Kennwort: Dürre; Missio online spenden
  • Malteser: PSK 1.000.999, BLZ 60.000, Kennwort: Hungersnot Ostafrika
  • SOS Kinderdorf: PSK 1.566.000, BLZ 60.000, Kennwort: Ostafrika; SOS Kinderdorf online spenden

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