Nach Wolga-Unglück: Toter Kapitän geborgen

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Nach dem schwersten Schiffsunglück in Russland seit 25 Jahren haben Taucher die Leichen des Kapitäns und seiner Frau aus der Wolga geborgen. Damit stieg die Zahl der an die Oberfläche gebrachten Opfer heute auf 88, davon 19 Kinder.

Wahrscheinlich ertranken bei der verheerenden Schiffskatastrophe von Sonntag mehr als 110 Menschen, teilten die Einsatzkräfte nach Angaben der Agentur Interfax mit. In dem Wrack der „Bulgaria“, die rund 750 Kilometer östlich von Moskau bei einem Sturm untergegangen war, erreichten Taucher auch den „musikalischen Salon“. Allein dort sollen sich zum Zeitpunkt des Unglücks 40 Kinder aufgehalten haben.

Betreiber festgenommen

Die Polizei nahm die Betreiber des Ausflugsschiffs wegen Missachtung der Sicherheitsvorschriften fest. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die 1955 erbaute „Bulgaria“ sei technisch marode gewesen und ohne nötige Lizenz gefahren, sagten Ermittler. Eine bereits 1980 abgelaufene Betriebserlaubnis des Boots sei offensichtlich nie rechtskräftig verlängert worden, hieß es.

Die Schuld liege aber nicht allein an den Unternehmern, sie würden Verantwortungslosigkeit und korrupte Strukturen ausnutzen, hieß es in russischen Medien. „Ohne Protektion von oben kann man ein solches Geschäft nicht betreiben.“ Regierungschef Wladimir Putin sagte den Hinterbliebenen Finanzhilfen bis zu umgerechnet 25.000 Euro zu.