Papst: Kirche ist keine Sozialorganisation

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Papst Benedikt XVI. hat vor einer Verwässerung des Glaubensprofils der katholischen Kirche gewarnt. Ohne ein klares öffentliches Bekenntnis zum Glauben und zur christlichen Gemeinschaft als „Volk Gottes“ drohe das kirchliche Leben zu verarmen, sagte er gestern laut „Kathpress“ vor Pilgern aus der apulischen Diözese Altamura.

Es müsse klar sein, dass die Kirche nicht eine soziale oder philanthropische Organisation sei wie viele andere. Das christliche Zeugnis der Nächstenliebe erhalte nämlich seinen Antrieb aus der Bindung der Gläubigen an das Wort Gottes.

„Geistige Orientierungslosikeit“

Die heutige Epoche sei von Licht und Schatten gekennzeichnet, betonte der Papst bei der Audienz in der vatikanischen Nervi-Halle. Das heutige Verhalten der Menschen sei vielfach sehr komplex, dazu gehörten Egoismus, Narzissmus, Besitz- und Konsumdenken und mangelndes Verantwortungsbewusstsein. Das alles führe zu einer geistigen Orientierungslosigkeit und Sinnkrise. Zugrunde lägen diesen Entwicklungen ein Leugnen der transzendenten Dimension des Menschen und seiner Beziehung zu Gott, so der Papst.