„Gay-Pride“: Österreicher in Budapest festgenommen
In Budapest sind gestern Abend zwei österreichische Aktivisten nach der Teilnahme an der „Gay-and-Lesbian-Pride-Parade“ festgenommen worden. Dabei waren sie nach Angaben der österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) selbst Opfer eines „Angriffs durch 15 Neonazis“ gewesen.
Demzufolge waren rund 50 Österreicher bereits auf dem Weg zu ihrem Bus, als sie von „Neonazis“ mit einem „bestialisch stinkendem Spray“ attackiert worden seien. Nach Eintreffen der Polizei hätten die rechtsradikalen Angreifer die Sachlage jedoch umgekehrt geschildert und behauptet, sie seien selbst angegriffen worden. Daraufhin seien zwei Österreicher festgenommen worden.
„Brutal“ aus Bus gezerrt
Einer Aussendung der ÖH zufolge hatten sich die österreichischen Aktivistinnen und Aktivisten in der ungarischen Hauptstadt bereits in den Bus geflüchtet. Dann wurden sie von der ungarischen Polizei wieder „brutal“ aus dem Fahrzeug „gezerrt“. „Ihnen wurden die Pässe abgenommen und sie wurden anschließend einzeln den Neonazis vorgeführt. Diese identifizierten willkürlich zwei Teilnehmer als vermeintliche Täter“, hieß es in einer Aussendung.
Der Marsch von etwa 1.500 Schwulen, Lesben und Transsexuellen für gesellschaftliche Gleichberechtigung war laut ungarischen Medien von Schimpfchören rechtsradikaler Gruppen begleitet worden. Ein starkes Polizeiaufgebot schirmte die Demonstranten der alljährlichen „Gay-Pride-Parade“ von den rechtsradikalen Gegendemonstranten ab.