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Machmudow seit Jahren auf der Flucht

Rund viereinhalb Jahre nach der Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja ist ihr mutmaßlicher Mörder gefasst worden. Die tschetschenischen Behörden bestätigten am Dienstag die Festnahme des seit Jahren flüchtigen Rustam Machmudow. Die Ermordung der regierungskritischen Journalistin am 7. Oktober 2006 in Moskau hatte weltweit für Empörung gesorgt.

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Der Anwalt von Ibrahim Machmudow, dem Bruder und mutmaßlichen Komplizen des nun festgenommenen Tatverdächtigen, sagte der Nachrichtenagentur AFP in Moskau, Rustam Machmudow sei in der Nacht auf Dienstag in Atschchoi-Martan westlich der tschetschenischen Hauptstadt Grosny im Haus seiner Eltern festgenommen worden. Auch die Staatsanwaltschaft in Moskau bestätigte die Festnahme am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax.

„Wir gehen davon aus, dass er nun nach Moskau gebracht wird“, sagte Anwalt Saidachmet Arsamersajew. Die tschetschenischen Ermittler bestätigten die Festnahme durch Einheiten des Innenministeriums, ohne aber weitere Details zum Ort oder Hergang der Festnahme zu machen.

Eine Frau legt Blumen vor einem Bild von Anna Politkowskaja nieder.

AP/Sergey Ponomarev

Der Mord an Politkowskaja löste im In- und Ausland Trauer und Bestürzung aus.

Regimekritische Aufdeckerjournalistin

Politkowskaja war 2006 im Stiegenhaus ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Die Journalistin der Tageszeitung „Nowaja Gaseta“ war eine Kritikerin des damaligen Präsidenten und heutigen Regierungschefs Wladimir Putin. In ihren Berichten prangerte sie vor allem Menschenrechtsverletzungen und den Machtmissbrauch in Tschetschenien und Korruptionsfälle auf höchster Ebene in Russland an. Nach Angaben des New Yorker Komitees zum Schutz von Journalisten gab es seit 2000 in Russland 19 ungeklärte Morde an Reportern.

Frage nach Auftraggebern weiter offen

Der Chefredakteur der „Nowaja Gaseta“, Dimitri Muratow, sagte zu AFP, die Festnahme Machmudows werde helfen, die Wahrheit im Mordfall ans Licht zu bringen. Er hoffe, dass die Geschworenen in einem Prozess Machmudows Schuld als erwiesen ansehen. Politkowskajas Sohn Ilja sagte zu AFP, auch wenn Machmudow als Mörder verurteilt werde, bleibe die Frage nach den Auftraggebern offen.

Bisher ist ungeklärt, wer den Mord an Politkowskaja in Auftrag gab. Wegen des Mordes waren Machmudows Brüder Ibrahim und Schabrail sowie ein früherer Polizist der Komplizenschaft angeklagt worden. Sie wurden 2009 jedoch aus Mangel an Beweisen in einem ersten Prozess freigesprochen. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil aber auf, nun wird neu ermittelt. Die Arbeit der Ermittlungsbehörden wurde international immer wieder scharf kritisiert, ihnen wurde mangelnder Aufklärungswille vorgeworfen.

Spur führte nach Belgien

Im November 2010 hieß es aus Ermittlerkreisen, bei der Fahndung nach Machmudow führe die Spur ins ostbelgische Lüttich. Medienberichten zufolge reisten russische Ermittler nach Belgien, um die Jagd nach dem mutmaßlichen Mörder zu leiten.

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