Stifter wollen Steueramnestie für Schwarzgeld in Liechtenstein

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Der Verband österreichischer Privatstiftungen (VÖP) will für Privatstiftungen in Liechtenstein eine steuerliche Amnestie, wenn sich die Stifter bereiterklären, das dort geparkte „schwarze“ Vermögen nach Österreich zu holen und hier künftig zu versteuern.

„Wenn das Kapital zurückgeholt wird und dann ab jetzt hier Steuern gezahlt werden, ist das ein Vorteil für die Allgemeinheit“, argumentiert VÖP-Generalsekretär Christoph Kraus, Vorstandschef der RZB-Tochter Kathrein-Bank, gestern bei einem VÖP-Seminar in Wien. „Eine mutige Regierung könnte eine Amnestie machen.“

„Fünf und zehn Prozent Steuer gewünscht“

Sehr viele Stifter wären daran interessiert, ihr Vermögen zu legalisieren und nach Österreich zu bringen, meint Kraus. Das würde auch für den Finanzplatz Österreich im Wettstreit mit Liechtenstein und der Schweiz eine positive Wirkung haben. Vielen Vermögenden fehle aber in Österreich die Rechtssicherheit, wo es seit dem Privatstiftungsgesetz 1993 zahlreiche Änderungen insbesondere im Steuerrecht gegeben habe.

Ganz gratis soll das Schwarzgeld aber nicht reingewaschen werden können. Ein Steuersatz, der für die hereinzubringenden Vermögen noch „attraktiv“ sei, könne zwischen fünf und zehn Prozent liegen. Eine Finanzstrafe dürfe aber bei einer Amnestie nicht verhängt werden. Auch bei einer strafbefreienden Selbstanzeige beim Finanzamt wegen Steuerhinterziehung liege die effektive Belastung bei sieben bis acht Prozent.

Laut VÖP-Generalsekretär Kraus gibt es in Österreich 3.300 Privatstiftungen mit einem geschätzten Vermögen von 60 Milliarden Euro. Er warnte vor einer Verunsicherung der Stifter. Heuer habe es bis Ende April nur elf Neugründungen von Stiftungen gegeben. Inlandsvermögen in Stiftungen würden zunehmend im Ausland veranlagt.