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Von Nobelpreisträger Stiglitz angeregt

Mit der Veröffentlichung des „Index für besseres Leben“ hat die OECD eine dreitägige Veranstaltung zu ihrem 50-jährigen Bestehen eingeleitet, an der unter anderen US-Außenministerin Hillary Clinton und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy teilnehmen wollen. Die Idee für den Index geht auf den Ökonomen Joseph Stiglitz zurück - und auf das Königreich Bhutan.

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Wirtschaftsnobelpreisträger Stiglitz hatte Verbesserungen bei der Bemessung des Wirtschaftswachstums empfohlen. Sie sollten Stiglitz zufolge nicht weiterhin vor allem auf dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) beruhen, sondern auch andere Kriterien wie das „Wohlbefinden“ in die Statistiken einfließen lassen.

Komplexe Indikatoren

Die OECD will den Lebensqualitätsindex nun regelmäßig erstellen. In die Messung floss etwa der Anteil der Menschen, die regelmäßig mehr als 50 Stunden pro Woche arbeiten, ein. Während viel Arbeit für Einzelne durchaus ihre Lebensqualität erhöhen kann, bringe sie im Allgemeinen mehr Belastung und weniger Zeit für private Aktivitäten mit sich, hieß es bei der Präsentation der Studie. Statt der traditionellen ökonomischen Analyse, wonach viel Arbeit den Wohlstand vermehre, werden viele Überstunden nun also als Verringerung der Lebensqualität gewertet.

Weiters wurde auch der Anteil von berufstätigen Frauen mit Kindern gemessen - was ein Zeichen sei, dass in einer Gesellschaft Berufstätigkeit und Mutterschaft verbunden werden können und sich insbesondere gut ausgebildete Frauen nicht für das eine oder das andere entscheiden müssten.

„Bruttonationalglück“ aus Bhutan

Bereits vor drei Jahren hatte das abgeschiedene asiatische Königreich Bhutan in einer Pilotumfrage unter tausend Einwohnern einen solchen „Glücksindex“ ermittelt. Als wichtigste Aspekte im Leben nannten die Bhutaner Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Staatsführung, den Lebensstandard und die ökologische Vielfalt. Der „Bhutan-Entwicklungsindex“, oder „Bruttonationalglück“, beziehe auch das mit ein, was sich die Menschen selbst wünschten und nicht nur das BIP, erläuterte damals eine Regierungsvertreterin. Seitdem suchen auch einige andere Länder wie Deutschland und Frankreich Alternativen zur traditionellen BIP-Messung.

OECD 1961 gegründet

Die OECD trat 1961 die Nachfolge der Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (Organisation for European Economic Cooperation, OEEC) an. Die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete OEEC war zur Durchführung des Marshall-Plans zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas mit US-Finanzhilfe entwickelt worden.

Mit einer Konvention und dem Beitritt der USA und Kanada entstand am 30. September 1961 die OECD. Österreich gehört zu den 18 europäischen Gründungsmitgliedern. Seitdem sind 14 weitere Länder in die Organisation aufgenommen worden: 1964 stieß Japan dazu, als bisher letzter neuer Mitgliedsstaat trat Estland im Dezember 2010 bei. Heute sind 34 Staaten OECD-Mitglieder.

Heute ist sie vor allem ein weltweiter Gutachter, der sich um PISA-Studien, Konjunkturprognosen und Steuergutachten kümmert und jährlich mehrere hundert Studien und Berichte veröffentlicht.

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