Saudische Milliardenhilfe für Ägypten
Der Ölexporteur Saudi-Arabien greift dem postrevolutionären Ägypten mit einer Milliardensumme unter die Arme. Dabei geht es um Budgethilfen, Kredite, Anleihen und Liquiditätssicherungen im Umfang von 3,2 Milliarden Dollar (2,26 Mrd Euro), berichtete die Kairoer Tageszeitung „Al-Masri Al-Jum“ heute unter Berufung auf den saudischen Botschafter in Ägypten, Ahmed Abdelasis al-Kattan.
Massenproteste hatten am 11. Februar den Sturz von Präsident Hosni Mubarak herbeigeführt. Seitdem hat sich das Land von den damit verbundenen wirtschaftlichen Turbulenzen nicht erholt. Der Fremdenverkehr - eine der wichtigsten Deviseneinnahmequellen - liegt darnieder. Nach Einschätzung von Finanzminister Samir Radwan könnte das Budgetdefizit im Fiskaljahr 2011/12 auf 9,9 bis elf Prozent klettern.
US-Präsident Barack Obama hatte Ägypten Hilfe im Ausmaß von zwei Milliarden Dollar angeboten, jeweils die Hälfte für direkte Budgetentlastungen und für die Bereitstellung von Krediten. Saudi-Arabien, ein autoritär verfasstes islamisches Königreich, hatte den Sturz Mubaraks vehement abgelehnt und offene Verachtung für die Demokratiebewegungen in der arabischen Welt gezeigt. Zugleich hat aber die Regionalmacht, wie Beobachter meinen, kein Interesse daran, dass das postrevolutionäre Ägypten wirtschaftlich und sozial noch instabiler wird.