Betrug bei hoch dotierten Turnieren
Dass Fischer bei den Erzählungen über ihre Erfolgserlebnisse hie und da ein wenig zum Flunkern neigen, ist geradezu sprichwörtlich. Anglerlatein darf man also nicht allzu streng sehen – es sei denn, man ist der texanische Gesetzgeber. In dem US-Bundesstaat plant man jetzt nämlich drakonische Strafen für falsche Angaben über gefangene Fische.
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Ein entsprechendes Gesetz wurde diese Woche Gouverneur Rick Perry zur Unterschrift vorgelegt, nachdem es am Montag der Senat des Staates beschlossen hatte, berichtete die „New York Times“. Betroffen sind aber kaum Hobbyangler, sondern vor allem professionelle Sportfischer.
Spektakulärer Betrugsfall
Das Gesetz soll den Betrug bei hoch dotierten Angelturnieren verhindern, sagte der republikanische Senator Glenn Hegar. Auslöser war ein spektakulärer Fall im Jahr 2009. Robby Rose, ein Teilnehmer, dessen Vorgehen die Veranstalter ohnehin schon mehrmals stutzig gemacht hatte, präsentierte bei einem Turnier am See Ray Hubbard östlich von Dallas einen 10,5 Pfund (rund 4,5 Kilo) schweren Barsch, den er aus dem Wasser gezogen haben wollte.
Als der Fisch in ein Becken gelegt wurde, staunten die Anwesenden nicht schlecht, als dieser zu Boden sank. Die Veranstalter gingen dem auf den Grund – und fanden ein ein Kilo schweres Bleigewicht im Magen des Fisches.
Haft und hohe Geldstrafe vorgesehen
Rose wurde wegen versuchten Diebstahls angezeigt – immerhin hätte er bei einem Sieg ein Boot im Wert von 55.000 Dollar (38.500 Euro) gewonnen. Rose musste für 15 Tage ins Gefängnis, erhielt fünf Jahre Bewährung und musste für diese Zeit seinen Angelschein abgeben.
Nach dem neuen Gesetz wäre er nicht so billig davongekommen: Bis zu einem Preisgeld von 10.000 Dollar gelten falsche Angaben über Größe, Gewicht und Herkunft des Fangs als einfaches Vergehen, bei noch höher dotierten Turnieren allerdings schon als Verbrechen, das mit zwei bis zehn Jahren Haft und einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Dollar geahndet wird.
Nachdem Fischereiturniere in den USA mittlerweile zu einem Millionengeschäft geworden sind, nimmt offenbar auch der Betrug dabei deutlich zu. „Leider halten sich viele nicht an die Regeln“, so Hegar. So würden manche Angler mit einer Schere die Flossen des Fangs kürzen, damit der Fisch in eine bestimmte Größenkategorie fällt und in dieser aufgrund seines höheren Gewichts größere Gewinnchancen hat.
„Geschichten gehören zu Fischen“
Von der „New York Times“ befragte Fischer zeigen sich mit dem neuen Gesetz zufrieden: Der Betrug bei den großen Turnieren habe überhandgenommen, meint etwa Tommy Hagler, der auch als Führer für angelnde Touristen arbeitet. Neben den hohen Preisgeldern macht er die schwierige ökonomische Lage in den USA dafür verantwortlich.
Sein Kollege Steve Schmidt sieht das ein wenig lockerer: Die Angelanekdoten von Hobbyfischern und Touristen seien schon okay: „Jeder erzählt einfach Geschichten, das gehört zum Fischen. Aber zu betrügen ist eine andere Sache, das ist einfach nicht richtig.“
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