Geld für Hilfslieferungen
Die libysche Opposition hat mit Hilfe des Golfemirates Katar gut informierten Kreisen zufolge bisher etwa eine Million Barrel Öl verkauft. Für den Handel werde ein Bankkonto in Katar benutzt, sagte ein Vertreter der Ölindustrie am Montag. Ziel der Öllieferungen sei vor allem Südeuropa.
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Mit dem Erlös von bisher 100 Millionen Dollar (69,0 Mio. Euro) würden etwa Nahrungsmittel und andere Sachgüter gekauft. Die libyschen Rebellen wollen Machthaber Muammar al-Gaddafi stürzen und kontrollieren den Osten des Landes, wo wichtige Ölfelder liegen.
Dorf nahe Misrata erobert
Die Kämpfe zwischen der Opposition und Regierungstruppen gingen auch am Montag weiter. Nahe dem Flughafen der westlibyschen Stadt Misrata seien Einschläge von Artilleriegeschoßen und Raketen zu hören, sagte ein Sprecher der Rebellen. Demnach setzte auch die NATO ihre Luftangriffe fort. Misrata ist die letzte Stadt im Westen des Landes, die noch unter der Kontrolle der Rebellen ist. Bei Kämpfen kamen in der strategisch wichtigen Hafenstadt Hunderte von Menschen ums Leben.
Die Aufständischen haben unterdessen nach eigenen Angaben ein Dorf im Westen Misratas erobert. Die Gaddafi-Truppen hätten bei der Schlacht um das rund 25 Kilometer von Misrata entfernte Dorf al-Soraiki große Verluste erlitten. „Nachdem die Revolutionäre al-Soraiki unter ihre Kontrolle gebracht haben, wollen sie versuchen, auch die nächste Ortschaft al-Dafinija einzunehmen“, meldete ein TV-Sender der Aufständischen am Montag.
Streubomben und Agrarflugzeuge eingesetzt
Die Truppen Gaddafis sind nach Darstellung der Aufständischen in Misrata weiter zu illegaler Kriegsführung übergegangen. Demnach sollen Hubschrauber mit Markierungen des Roten Kreuzes Minen im Hafen von Misrata verbreiten. „Die Hubschrauber haben Kennungen des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds, so dass jeder an humanitäre Hilfe denkt“, sagte ein Sprecher der Rebellen dem arabischen Sender Al-Jazeera.
Nach Darstellung der „New York Times“ setzten die Belagerer erneut Streubomben gegen Misrata ein. Die international geächteten Waffen, in diesem Fall aus chinesischer Produktion, seien unter anderem mit Raketen auf den Hafen abgefeuert worden.
Die schnellen Kampfjets der NATO haben noch kein Mittel gegen die neueste Waffe der Gaddafi-Militärs gefunden: die langsamen, aber überaus wendigen Agrarflugzeuge in ihrer neuen Rolle als Bomber. Erst am Wochenende hatten Gaddafis Militärs - unter Missachtung des von der UNO verfügten Flugverbots - Agrarflugzeuge zu Bombenabwürfen über Misrata eingesetzt. Die Bomben aus den „Kartoffelfliegern“ zerstörten das einzige Treibstoffdepot der Aufständischen.
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