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In andere Aufnahmezentren gebracht

Rund 1.300 Flüchtlinge aus Libyen, die in den vergangenen Tagen Lampedusa erreicht hatten, haben am Montag an Bord eines Schiffes die süditalienische Insel verlassen. Die Flüchtlinge sollen nach Neapel, Livorno und Cagliari und dann in Aufnahmezentren gebracht werden.

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An Bord des Schiffes befinden sich auch einige der 500 afrikanischen Flüchtlinge, die vor Lampedusa gerettet wurden, nachdem ihr Boot auf Grund gelaufen war. Das Boot war auf Felsen in der Nähe des Hafens von Lampedusa aufgelaufen. Nur dank des gemeinsamen Einsatzes von Küstenwache, Polizei, Carabinieri und Hilfsorganisationen konnten alle Männer, Frauen und auch kleine Kinder aus dem Wasser gerettet werden.

Abschiebung nach Tunesien

Auf der Insel blieben lediglich 80 tunesische Migranten. Sie sollen in den nächsten Tagen abgeschoben werden. Aufgrund eines bilateralen Abkommens zwischen Italien und Tunesien werden alle tunesischen Migranten in ihre Heimat abgeschoben. Die italienische Regierung wird Tunesien am Mittwoch vier Schiffe liefern, mit denen an den Küsten des Landes patrouilliert werden soll. Damit soll die Abfahrt von Migranten verhindert werden.

Nachdem zwischen Freitag und Sonntag rund 2.000 Menschen auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in Libyen die Insel erreicht hatten, verlief die Nacht auf Montag ruhig, berichteten italienische Medien.

Überfülltes Boot kenterte

Bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste kamen womöglich Dutzende Flüchtlinge ums Leben. Flüchtlinge aus Libyen, die am Sonntag auf Lampedusa eingetroffen waren, berichteten der Nachrichtenagentur ANSA von dem Unglück bei der Abfahrt aus der libyschen Hauptstadt Tripolis. „Sie waren direkt vor uns nahe dem Ufer, als ihr überfülltes Boot kenterte, womöglich wegen eines falschen Manövers“, sagte ein Flüchtling. „Es war furchtbar, es gab wahnsinnig viele Leichen.“

Nach Angaben von ANSA ereignete sich das Unglück Freitagfrüh. Rund 600 Menschen hätten sich auf dem Boot befunden. Wie die Augenzeugen berichteten, die selbst auf einem Schiff mit 800 Flüchtlingen aus Tripolis abgefahren waren, starben „Dutzende und Dutzende Menschen“, während sich andere schwimmend ans Ufer retten konnten. Eine offizielle Bestätigung für das Unglück gab es zunächst nicht.

Erzbischof: Ihr Traum versank

Der Erzbischof von Tripolis, Monsignore Giovanni Martinelli, sagte der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“, er habe vor der Abfahrt einige der Flüchtlinge getroffen und später über einen Geistlichen von dem Unglück erfahren. „Sie sagten, sie hätten endlich ein Schiff nach Italien gefunden (...) Sie waren glücklich und lächelten. Es waren viele Kinder unter ihnen. Doch ihr Schiff sank. Ihr Traum versank“, sagte Martinelli.

Seit Beginn der nordafrikanischen Revolutionswelle im Jänner landeten etwa 30.000 Menschen auf der 20 Quadratkilometer großen Insel, davon rund 25.000 allein aus Tunesien. Seit Anfang April gilt ein Abschiebeabkommen zwischen Rom und Tunis. Seither kommen zunehmend Immigranten aus Libyen, die vor den anhaltenden Kämpfen in dem Land flüchten.

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