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Angriff auf Branchenriesen Universal

Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten: Der Musikkonzern Warner Music ist am Freitag an den US-Milliardär Len Blavatnik verkauft worden. Der Investor mit russischen Wurzeln setzte sich mit einem Gebot von 8,25 Dollar je Aktie gegen seine Mitbewerber durch und hat schon den nächsten Übernahmekandidaten im Visier.

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Der beeindruckende Kaufpreis von 3,3 Milliarden Dollar (2,3 Mrd. Euro) relativiert sich jedoch schnell, wenn man sich die Situation von Warner Music ansieht. So entfallen nach bisherigen Informationen knapp zwei Milliarden Dollar allein auf Schulden. Im Vorfeld des Verkaufs schoss die Aktie auf ein Jahreshoch und schloss am Donnerstag bei 7,9 Dollar.

Onlinegeschäft verschlafen

Der drittgrößte Musikanbieter weltweit hat Künstler wie REM, Seal, James Blunt, Bruno Mars und die Bee Gees unter Vertrag. Dennoch kämpft Warner Music seit Jahren mit hohen Kosten und der Abwanderung des Musikgeschäfts ins Internet. Die Verkäufe von CDs - einst solide Einnahmequelle für die Konzerne - nehmen immer weiter ab. Den Sprung ins Onlinegeschäft hat Warner verschlafen. Längst haben sich andere Unternehmen - wie Apple mit seinem iTunes-Store - den Kuchen unter sich aufgeteilt. Im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte Warner Music einen Verlust von 143 Millionen Dollar.

Dennoch war das Interesse groß, als sich Warner Music im Jänner selbst zum Verkauf anbot. Rund 20 Unternehmen reichten ihre Angebote ein, zuletzt stand nur noch ein Angebot des Bieterkonsortiums rund um Bertelsmann, dem Finanzinvestor KKR und Universal Music im Raum, das von Blavatnik jedoch überboten wurde.

Milliardär mit großen Ambitionen

Der 53-jährige Blavatnik war in den 70er Jahren in die USA ausgewandert. Reich machten ihn vor allem Investitionen in die russische Wirtschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. In der aktuellen Rangliste des US-Magazins „Forbes“ belegt Blavatnik den 80. Platz mit einem geschätzten Vermögen von 10,1 Milliarden Dollar. An Warner Music hielt der Milliardär bereits vor dem Deal zwei Prozent, zudem gilt er als enger Freund von Warner-Music-Chef Edgar Bonfman.

Doch der Kauf von Warner Music dürfte nur der erste Schritt in Richtung einer Neuordnung in der Musikbranche sein. Immer wieder wurde spekuliert, dass Warner Music Interesse am schwächelnden britischen Konkurrenten EMI hätte. Mit den Milliarden Blavatniks könnte ein solches Szenario Realität werden.

EMI der nächste Kaufkandidat?

Und die Zeichen dafür stehen günstig: EMI liegt seit Februar in der Hand des Finanzkonzerns Citigroup, nachdem Finanzinvestor Guy Hands die Milliardenschulden aus dem Kauf der Traditionsfirma nicht mehr bedienen konnte. Der Wall-Street-Gigant deutete bereits an, bis Jahresende einen Käufer finden zu wollen. Damit würden auch die Rechte an namhaften Künstlern wie die Beatles oder Pink Floyd an den neuen Eigentümer übergehen.

Gemeinsam hätten EMI und Warner Music einen Marktanteil von rund 27 Prozent, wie die „Financial Times Deutschland“ („FTD“) schreibt, und würden damit sogar Sony Music abhängen und hinter Universal zur weltweiten Nummer zwei aufsteigen. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Anläufe für eine Fusion, die jedoch an Kartellbedenken und Differenzen über den Preis scheiterten.

Abschied von der Börse

Wie es konkret mit Warner Music weitergehen wird, darüber gibt es nur wenige Informationen. Als sicher gilt, dass Warner Music unter dem bisherigen Namen weitermachen, aber die Börse verlassen wird, hieß es am Freitag.

Die heutige Warner Music Group entstand, als die Firma 2004 von dem Medienriesen Time Warner abgekoppelt wurde. Damals zahlten Investoren um den aktuellen Chef Edgar Bronfman Jr. rund 2,6 Milliarden Dollar. Bronfman versuchte in den vergangenen Jahren, unter anderem mit rigiden Spaßmaßnahmen für schwarze Zahlen zu sorgen. Wie EMI hatte auch Warner Music mit der Abwanderung von Stars zu kämpfen: So ging Madonna 2007 mit einem Paukenschlag zum Konzertveranstalter Live Nation.

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