„Werden unsere Helden ehren“
Der kroatische Staatspräsident Ivo Josipovic hat in seiner Stellungnahme zum Urteil gegen die Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac mitgeteilt, dass ihn das Urteil, ein juristischer und politischer Akt, schockiert habe. „Wir stellen die Legitimität und die Legalität des Heimatkrieges und der ‚Aktion Sturm‘ nicht infrage“, so Josipovic.
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Als nicht akzeptabel bezeichnete er die These nach dem „gemeinsamen verbrecherischen Unternehmen“ (Joint Criminal Enterprise). „Die Republik Kroatien ehrt und wird ihre Helden ehren“, so der Staatspräsident sichtlich niedergeschlagen. Auf allen Seiten, so auch auf der kroatischen, sei es zu Verbrechen gekommen. Man müsse gerichtlich gegen die Verbrechen vorgehen, egal, wer sie begangen habe, so Josipovic.
Er erwartete, dass die Thesen, auf denen die Verurteilung basiert, hinterfragt und dementiert werden, sagte er in Hinblick auf Berufungsklagen. „Unabhängig von dem Urteil wird der Krieg gegen das Regime von Slobodan Milosevic ein gerechter bleiben.“
Kosor: Urteile nicht akzeptabel
Die kroatische Ministerpräsidentin Jadranka Kosor (HDZ) konnte ihre Enttäuschung nicht verbergen: Sie bezeichnete die Urteile gegen die Generäle, an einem gemeinsamen verbrecherischen Unternehmen teilgenommen zu haben, ebenfalls als „nicht akzeptabel“ und gegen das internationale Recht gerichtet. Sie betonte aber, dass es sich um erstinstanzliche Urteile handle.
Kosor sagte auch, dass die „Operation Sturm“ („Oluja“) eine legitime militärische Aktion gewesen sei und der Krieg ein gerechter Befreiungskrieg. Sie berief für Freitagnachmittag eine außerordentliche Regierungssitzung ein, um über rechtliche Schritte zu beraten. Der ehemalige Außenminister Mate Granic bezeichnete das Urteil in einer ersten Reaktion als „beschämend und in keiner Weise auf richtigen Beweisen“ basierend. Das Urteil wegen Verabredung zu einem gemeinsamen verbrecherischen Unternehmen sei eine Verfälschung der Geschichte und der historischen Wahrheit, so Granic.
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