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Spielraum „relativ klein“

Die Bundesregierung steckt sich, was den Umbau des Energiemarktes in Österreich betrifft, hohe Ziele. Das Umweltministerium ließ per Modellrechnung erheben, ob auch eine rein „grüne“ Strom- und Treibstoffversorgung auf absehbare Zeit realisierbar wäre.

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Grundsätzlich ja, heißt es dazu im Abschlussbericht der Machbarkeitsstudie unter dem Titel „Energieautarkie für Österreich 2050“, allerdings nur mit massiven Investitionen, einem breiten gesellschaftlichen Umdenken und dem Abschied von der einen oder anderen Selbstverständlichkeit auf Sicht von knapp 40 Jahren – vor allem im Bereich persönliche Mobilität.

„Starke Verlagerung auf öffentlichen Verkehr“

Eine Voraussetzung, welche die Studie nennt, ist etwa die, dass bis 2050 eine „starke Verlagerung auf öffentlichen Verkehr und nicht motorisierten Individualverkehr“ (50 bis 60 Prozent) stattfinden müsse. Der „verbleibende Pkw-Verkehr“ müsse „fast vollständig elektrisch bewältigt werden“, damit die „knappen möglichen Mengen an verfügbaren heimischen Kraftstoffen aus erneuerbaren Rohstoffen für schwere Nutzfahrzeuge und Maschinen in Land‐ und Bauwirtschaft“, die sich nicht so einfach mit Strom betreiben lassen, frei würden, sprich: Individualverkehr nur noch mit E-Antrieb, Biodiesel für Maschinen.

Drei Liter auf 100 Kilometer

Außerdem dürfe der Verbrauch pro 100 gefahrene Kilometer dann nicht mehr als drei Liter Treibstoff bzw. 0,12 Kilowattstunden Strom (kWh) kosten. Nicht nur das klingt utopisch. Im Güterverkehr, heißt es in der Studie weiter, müsse nicht nur der Verbrauch stark eingeschränkt, sondern „eine fast vollständige Verlagerung des Straßenfernverkehrs auf die Schiene bzw. Schifffahrt“ stattfinden. „Ähnliches gilt für den Flugverkehr.“ Insgesamt müsse sich, soll die Rechnung 2050 aufgehen, der Energiebedarf für Mobilität um bis zu 75 Prozent verringern.

Privater Energieverbrauch halbiert

Die zweite wesentliche Übung und tragende Säule der Strategie heißt Energieeffizienz bzw. einfach Sparen: Der Heizenergiebedarf müsse sich durch bessere Dämmungsmaßnahmen um mehr als die Hälfte verringern, der Strombedarf für Wohngebäude um bis zu 20 Prozent sinken. „Die Beheizung des Gebäudebereichs erfolgt (...) fast ausschließlich mit einer Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie – auf diese Weise kann die vorhandene Biomasse für Mobilität und Industrie bereitgestellt werden.“

In der Produktion müsste pro Jahr ein Prozent Energie eingespart werden, um das Ziel zu erreichen. „Insgesamt verringert sich der Endenergiebedarf 2050 damit gegenüber 2008 um über 50 (...) bzw. 40 Prozent" (unter Annahme zweier unterschiedlicher wirtschaftlicher Entwicklungsszenarien, Anm.).

Knappe Rechnung

Und zum Thema liebgewonnene Gewohnheiten: „Kleinere und effizientere private Fahrzeuge“ brächten zwar jedem Privaten eine Kostenersparnis, das bedeutet aber nicht, dass jeder deshalb beim Autokauf diesen Aspekt in den Vordergrund stellt – jedenfalls nicht ohne „einen gesellschaftlichen Wertewandel“.

Am Ende zeigte das Berechnungsszenario, heißt es in dem Papier, dass „der Spielraum für eine Versorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern relativ klein ist“. Würden die Ziele hinsichtlich Effizienz verfehlt und der Bedarf stärker als angenommen wachsen, „stößt man an die Grenzen der vorhandenen Potenziale an erneuerbaren Energien“.

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