Cyberangriff auf französisches Finanzministerium
Die französische Regierung ist Ziel von Datendieben geworden: Unbekannte drangen im Dezember in rund hundert Computer des Finanzministeriums ein, wie Haushaltsminister Francois Baroin heute mitteilte. Es sei vermutlich das erste Mal, dass der französische Staat auf derart „spektakuläre“ Art auf eigenem Boden angegriffen wurde.
Die Angreifer interessierten sich demnach nicht für Informationen über Steuerzahler oder den Zoll, sondern für Informationen „rund um die G-20-Gruppe“ der führenden Industrie- und Schwellenländer. Frankreich hat seit November den wechselnden Vorsitz der G-20 inne.
Keine persönlichen Daten bedroht
Ob wichtige Schriftstücke gestohlen werden konnten, sei noch nicht klar, sagte Baroin im Radiosender Europe 1. Es gebe verschiedene „Spuren“, die aber noch nicht genannt werden könnten. Einige Informationen seien „auf chinesische Websites“ geleitet worden, sagte der Generalsekretär des Finanz- und Haushaltsministeriums, Dominique Lamiot, der Nachrichtenagentur AFP. „Das hat aber nicht viel zu sagen.“
Von den etwa hundert Rechnern, die von dem Datenangriff betroffen gewesen seien, habe kein einziger „persönliche Daten“ von Steuerzahlern enthalten. Das Ministerium habe seine Sicherheitssysteme „entscheidend verstärkt“, betonte Lamiot.