EU rechnet mit Ölpreis um die 102 Dollar
Die Konjunkturexperten um EU-Währungskommissar Olli Rehn haben ihre Ölpreisprognose für das laufende Jahr deutlich angehoben. Im Schnitt werde nun mit einem Barrel-Preis von 101,6 US-Dollar gerechnet, heißt es in ihrem heute veröffentlichten Konjunkturausblick.
Im Herbst war die Prognose für ein 159-Liter-Fass der Nordsee-Sorte Brent noch um 12,7 Dollar niedriger gelegen.
Libyen-Krise ohne Auswirkungen auf Preis
Als Hauptgrund für die nach oben revidierte Vorhersage nannte die EU nicht die Unruhen in Förderländern wie Libyen, sondern die starke Nachfrage. Die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft seien nach oben gesetzt worden, kommentieren die Experten.
Größere Sorgen bereite die Entwicklung bisher nicht. „Mit diesen Preisen ist der Einfluss auf das Wachstum in Europa relativ begrenzt“, sagte Rehn. Ein Anstieg der Preise um zehn Prozent würde das Wachstum um 0,1 Prozentpunkte drücken. Unsicherheitsfaktor sei aber die weitere Entwicklung der Unruhen in den wichtigen Förderregionen in Nordafrika und im Nahen Osten. „Wir sind keine Hellseher“, sagte Rehn zu möglichen Folgen.