Kabila will sich wiederwählen lassen
Wahlbeobachter haben in Afrika 2011 Hochsaison. In rund 20 Staaten stehen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen an. Das birgt Konfliktstoff, aber auch Potenzial für Hoffnungen. In der Zentralafrikanischen Republik enthielt schon die Kandidatenliste zur Präsidentenwahl am 23. Jänner Sprengstoff: Amtsinhaber Francois Bozize trat ebenso an wie dessen weggeputschter Vorgänger Ange-Felix Patasse.
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Das Land, chronisch unterentwickelt und seit Jahren Kampfgebiet sowohl eigener Rebellengruppen als auch bewaffneter Gruppen aus den Nachbarländern, wählte zugleich ein neues Parlament. Mit 66 Prozent wurde Bozize erneut für eine fünfjährige Amtszeit gewählt.
In Niger müssen sich der Oppositionspolitiker Mahamadou Issoufou und der ehemalige Regierungschef Seini Oumarou für das Präsidentenamt am 12. März einer Stichwahl stellen. In dem verarmten Staat soll ein Jahr nach einem Militärputsch gegen Präsident Mamadou Tandja die seitdem herrschende Militärjunta durch eine zivile Regierung abgelöst werden. Oumarou repräsentiert Tandjas Partei.
Kap Verde bis Uganda
Bei der Parlamentswahl in dem Inselstaat Kap Verde Anfang Februar verteidigten die Sozialisten ihre absolute Mehrheit. Die ehemalige portugiesische Kolonie zählt zu den wohlhabendsten Ländern Afrikas. Am 13. Februar fanden die ersten nationalen Wahlen im Tschad seit 2002 statt, die nicht von der Opposition boykottiert wurden. Derzeit ist Idriss Deby Präsident. Die Präsidentschaftswahl findet am 3. April statt.
Am 18. Februar wurde Yoweri Museveni trotz Protesten der Opposition wieder im Amt als ugandischer Präsident für eine vierte Amtszeit betätigt. Die Polizei hatte schon vor dem Urnengang massiv aufgerüstet. Mehr als ein Dutzend Wasserwerfer, Mannschaftsbusse, Tränengas und Schutzausrüstung für mögliche Unruhen ließen sich die Sicherheitsbehörden aus China liefern.
Keine Einigung in Elfenbeinküste
Keine Ruhe nach der Wahl vergangenes Jahr findet Elfenbeinküste. Seit Ende November weigert sich dort der abgewählte Präsident Laurent Gbagbo, die Macht abzugeben - an den von der internationalen Gemeinschaft als rechtmäßiger Präsident anerkannten Alassane Ouattara. Bisher sind in dem Konflikt je nach Schätzung 300 bis 500 Menschen ums Leben gekommen, und es gibt keinerlei Hinweise auf eine schnelle Lösung.
Umstrittener Kandidat in Nigeria
Die Wähler in Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, sind zwar erst im April zum Urnengang aufgerufen, doch schon in den Wochen vorher gab es Todesopfer politischer Gewalt. Die neue Kandidatur des aus dem christlichen Süden stammenden Präsidenten Goodluck Jonathan ist in der eigenen Partei nicht unumstritten - die Teilstaaten aus dem islamisch geprägten Norden hätten teilweise lieber einen der Ihren ins Rennen um die Präsidentschaft geschickt.
Kabila ließ Verfassung ändern
In Simbabwe und Madagaskar sind die im heurigen Jahr anstehenden Wahlen von vornherein überschattet von den ungelösten Machtkonflikten der Vergangenheit. Auch in der Demokratischen Republik Kongo, wo Präsident Joseph Kabila im November eine Wiederwahl anstrebt, waren schon die letzten Wahlen im Jahr 2006 von Gewalt geprägt.
Diesmal ließ Kabila erst einmal die Verfassung ändern: Eine einfache Mehrheit soll schon im ersten Wahlgang für den Sieg ausreichen. 2006 war er als Sieger aus einer Stichwahl hervorgegangen, die von der Opposition angezweifelt wurde.
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