Giftschlamm in Ungarn: Neuer Umweltskandal
Nur knapp vier Monate nach der verheerenden Giftschlammkatastrophe in Ungarn dürfte nun erneut ein Umweltskandal aufgeflogen sein.
Wie die Umweltorganisation Greenpeace berichtete, leitet jenes Aluminiumwerk, das für die Katastrophe verantwortlich gemacht wurde, bereits seit längerer Zeit seine Abwässer ungeklärt ab. Eine Analyse beim Umweltbundesamt Wien ergab massive Grenzwertüberschreitungen vor allem bei Arsen, Aluminium und organischem Kohlenstoff.
Ruf nach EU-Intervention
„Die EU-Kommission muss umgehend bei der ungarischen Regierung intervenieren und diese Gefährdung von Mensch, Tier und Natur beenden“, forderte Balazs Tömöri, Sprecher des ungarischen Greenpeace-Büros.
Greenpeace vermutet, dass hinter der „skrupellosen Vorgehensweise“ der MAL AG fehlende Lagerungskapazitäten für den anfallenden Rotschlamm stecken. Denn das geborstene Absetzbecken konnte bis heute nicht repariert werden, was dazu führe, dass das für die laufende Produktion verwendete, viel kleinere Ersatzbecken demnächst voll sein werde.
„Umweltverbrechen legalisiert“
„Uns ärgert besonders, dass die ungarische Regierung dieses Umweltverbrechen legalisiert hat, denn offiziell wurde ein Katastrophenschutzgesetz aktiviert, das Umweltvorschriften aufhebt“, kritisiert Tömöri.