Schäden durch Plünderungen
Das Ägyptische Museum in Kairo hat mit der Restaurierung von Ausstellungsstücken begonnen, die während der Proteste gegen Staatschef Hosni Mubarak von Plünderern beschädigt wurden. Es müssten 70 Exponate, darunter Statuen der altägyptischen Pharaonen Tutanchamun und Echnaton, repariert werden, sagte der für Antiquitäten zuständige Staatssekretär Sahi Hawass.
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Ein kleines Holzboot aus dem Totenkult trug Schäden davon, andere Dinge wurden einfach auf den Boden geworfen. Auch ein goldener Sarkophag wurde beschädigt, an zwei Mumien hinterließen die Einbrecher am 31. Jänner ihre Spuren. Die eventuell wertvollsten beschädigten Stücke waren drei kleine, vergoldete Figuren aus dem Grab des Pharaos Tutanchamun, darunter der „Pharao auf dem Panther“. Diese Stücke seien zerbrochen worden, könnten aber schnell wieder restauriert werden.
Der Teil des Museums, in dem sich der weltberühmte Schatz des Tutanchamun befinde, sei hingegen verschont geblieben.
„Einbrecher suchten Gold“
Insgesamt 13 Glasvitrinen im Nationalmuseum wurden eingeschlagen und etwa 70 Ausstellungsstücke beschädigt. „Die Einbrecher haben vor allem Gold gesucht“, berichtete der deutsche Museologe Thomas Schuler, der seit sechs Jahren Chef einer Eingreiftruppe des Internationalen Museumsverbandes (ICOM) ist.
Die zehnköpfige ICOM-Eingreiftruppe wurde 2005 nach der Tsunami-Katastrophe in Thailand gegründet. Etwa 20-mal musste sie in den vergangenen sechs Jahren in verschiedenen Ländern der Welt eingreifen.
„Unschätzbarer Wert“
Das Ägyptische Museum befindet sich direkt am Tahrir-Platz im Zentrum Kairos, wo die Proteste gegen Mubaraks Regierung stattfanden. Es beherbergt etwa 15.000 Ausstellungsstücke von teilweise „unschätzbarem Wert“, so beispielsweise den im Jahr 1922 entdeckten Schatz des Tutanchamun, der als Prunkstück des Museums gilt.

AP/Tara Todras-Whitehill
Armee bewacht Kunstschätze.
Die Armee hatte nach dem Eindringen der Plünderer die Bewachung des Museums verstärkt. Zahlreiche Bürger bildeten zeitweise eine Menschenkette um das Gebäude. Die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokowa forderte eindringlich Schutz für das einzigartige Kulturerbe des Landes.
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