Testbetrieb für Galileo gestartet
Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo ist seit heute in der Testphase. Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nahm in Berchtesgaden die erste Testregion in Betrieb.
Nun erproben Entwickler unter realen Einsatz- und Umgebungsbedingungen die Anwendungsmöglichkeiten von Galileo. Anfang 2014 soll es dann richtig losgehen.
Für den europaweit ersten Testbetrieb wurden im Berchtesgadener Land acht Sendestationen auf Berggipfeln errichtet. Sie übermitteln Signale, die konform zu den von 2014 an im Erdorbit stationierten Galileo-Satelliten sind. Die Sendestationen ändern die Signale so, wie sie ein Beobachter von acht das Testgebiet überfliegenden Satelliten empfangen würde.
Somit steht den Empfangsgeräten und Anwendungen im Testgebiet ein Signal zur Verfügung, das sich - abgesehen von der Ausbreitungsrichtung - von einem „echten“ Galileo-Satellitensignal nicht unterscheidet.
Hohe Kosten
Die ersten drei Dienste von Galileo sollen über zunächst 18 Satelliten laufen - 14 sind schon in Auftrag gegeben. Geplant ist, später zwei weitere Dienste bereitzustellen, sobald die volle Funktionsfähigkeit mit 30 Satelliten erreicht ist.
Galileo soll präziser als das US-System GPS arbeiten und weltweit die metergenaue Positionsbestimmung möglich machen. Auch China und Russland haben Systeme am Start.
Galileo ist teuer. Statt zuletzt 3,4 Milliarden Euro wird inzwischen mit mehr als fünf Milliarden Euro allein für die Technik gerechnet. Außerdem kann der Zeitplan nicht eingehalten werden. Ursprünglich sollte Galileo 2008 an den Start gehen, nun ist der Betrieb zum Jahresbeginn 2014 geplant.