Verletzte bei neuen Protesten in Tunesien
In Tunesien halten die Proteste gegen die Übergangsregierungan - trotz einer Kabinettsumbildung, mit der die Forderung der Öffentlichkeit nach Ausschluss von Exponenten des früheren autoritären Regimes erfüllt werden sollte. Die Polizei ging gestern Abend in der Hauptstadt Tunis mit Tränengas gegen mehrere hundert Demonstranten vor dem Sitz der Regierung vor und löste eine Sitzblockade auf.
Mindestens fünf Menschen wurden dabei nach Augenzeugenberichten verletzt. Die Demonstranten formierten sich wenig später neu und begannen einen Bus zu zertrümmern. Die Polizei reagierte mit Warnschüssen.
Die Sitzblockade hatte sich gegen Premier Mohamed Ghannouchi gerichtet, der als einer von drei Gefolgsleuten des nach Saudi-Arabien geflüchteten Ex-Machthabers Zine el Abidine Ben Ali in der Übergangsregierung verbleibt. Am Vortag hatte der größte Teil der alten Garde nach tagelangen Protesten das Kabinett verlassen.
Kanada: Familie Ben Alis nicht willkommen
Unterdessen wird für die ins Exil geflohene Familie Ben Alis die Luft immer dünner. Kanada will seinen Angehörigen kein Asyl gewähren. „Sie sind nicht willkommen. Lassen Sie es mich ganz klar sagen: Wir würden sie nicht hier in unserem Land begrüßen“, zitierte die „Montreal Gazette“ den kanadischen Premierminister Stephen Harper.