Fast 70.000 Dollar weniger
Goldman Sachs hat schon einmal bessere Zeiten gesehen: Im vergangenen Jahr schrumpfte der Gewinn unterm Strich von 12,2 Milliarden auf 7,7 Milliarden Dollar. Entsprechend fielen die Boni magerer aus. Im Schnitt bekommt jeder der 35.700 Mitarbeiter für das vergangene Jahr nun einen Gehaltsscheck über knapp 431.000 Dollar. Im sehr guten Jahr 2009 waren es noch rund 498.000 Dollar gewesen.
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Damit gehören die Investmentbanker von Goldman Sachs aber immer noch zu den Spitzenverdienern in der Branche. Zum Vergleich: Die Angestellten von JPMorgan kassierten im Schnitt „nur“ 370.000 Dollar.
Hohe Boni sorgen immer wieder für heftige Kritik. Das Geld verleite dazu, unverhältnismäßige Risiken einzugehen, lautet der Vorwurf. Am Ende müsse dann der Steuerzahler für die Fehler der Banker in die Bresche springen - so wie in der Finanzkrise.
Neue Regeln für Boni
Goldman tritt der Kritik mit einer längerfristig angelegten Vergütung gegenüber. Demnach sollen Sonderzahlungen stärker an längerfristige Kriterien geknüpft werden. Auch die Risikobereitschaft spielt eine Rolle, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Gehen die Banker zu große Risiken ein, können Boni und Prämien demnach auch wieder gestrichen werden. Die neuen Regeln sollten sicherstellen, dass das firmeninterne Anreizsystem im Einklang mit der langfristigen Existenzsicherung des Unternehmens steht.
Zahlreiche Banken hatten der US-Regierung bereits im Sommer versprochen, über solche schärferen Bonusregeln nachzudenken. Der Bericht eines Sonderbeauftragten von Präsident Barack Obama, Kenneth Feinberg, hatte zuvor aufgedeckt, dass viele US-Geldhäuser auf dem Höhepunkt der Finanzkrise ihren Spitzenmanagern höchst fragwürdige Boni gezahlt hatten. Goldman Sachs schränkt diese Praxis nun offenbar ein.
SEC verhängt saftige Strafe
Zuletzt machte das Haus aber eher negative Schlagzeilen: Die Börsenaufsicht SEC hatte Goldman bezichtigt, Investoren übers Ohr gehauen zu haben: Man einigte sich auf einen Vergleich - Goldman musste 550 Millionen Dollar zahlen. Bei einem Fonds, über den Anleger in das Soziale Netzwerk Facebook investieren können, stieß Goldman seine US-Kunden erst vor wenigen Tagen vor den Kopf, als die Bank sie aussperrte. Das Renommee will Goldman Sachs nun mit mehr Offenheit aufpolieren.
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