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Schwächeln in einigen Bereichen

Im Reigen der US-Großbanken hat am Mittwoch nach JPMorgan und Citigroup die Investmentbank Goldman Sachs ihre jüngsten Zahlen vorgelegt. Einbußen im Anleihehandel versetzten Goldman Sachs einen Dämpfer. Das Institut büßte im vierten Quartal gut die Hälfte seines Gewinns ein. Neben den Anleihen schwächelte das einst so lukrative Geschäft mit Währungen und Rohstoffen.

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Der Nettogewinn sei auf 2,23 Mrd. Dollar (1,67 Mrd. Euro) von 4,79 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal gefallen, teilte die Bank am Mittwoch mit. Je Aktie ergab sich ein Gewinn von 3,79 Dollar nach 8,20 Dollar. Die Einnahmen fielen um zehn Prozent auf 8,64 Mrd. Dollar. Analysten hatten mit einem Gewinn je Aktie von 3,76 Dollar und Einnahmen von neun Mrd. Dollar gerechnet. Goldman Sachs gilt eigentlich als Geldmaschine und profitabelste Bank an der Wall Street. Entsprechend hoch lagen die Erwartungen.

Auch im Gesamtjahr musste Goldman Sachs einen Gewinnrückgang von 12,2 Milliarden auf 7,7 Milliarden Dollar hinnehmen. „Die wirtschaftlichen Bedingungen waren die meiste Zeit des Jahres schwierig“, sagte Bankchef Lloyd Blankfein. Für die Zukunft zeigte er sich aber optimistisch. Die Wirtschaft komme in Bewegung, stellte er fest. „Wir sehen Zeichen von Wachstum.“

Gewinne für Wells Fargo und US Bancorp

Zwei weitere US-Banken profitierten zum Jahresende von geringeren Kosten für faule Kredite. Sowohl Wells Fargo als auch US Bancorp wiesen am Mittwoch deutlich höhere Gewinne und Einnahmen für das vierte Quartal aus. Beide Institute scheinen sich somit besser von der Finanzkrise und der Rezession zu erholen als viele ihrer Konkurrenten. Wells Fargo steigerte ihren Gewinn um 21 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. US Bancorp verzeichnete hier gar ein Plus von 61 Prozent auf 974 Millionen Dollar. Ein Grund dafür war die Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 25 Millionen Dollar.

Citigroup blieb hinter Erwartungen zurück

Die in der Finanzmarktkrise schwer angeschlagene Citigroup hatte bereits am Dienstag als zweite US-Großbank nach JPMorgen ihre Zahlen vorgelegt. Zwar schrieb die Citigroup erstmals seit 2007 wieder schwarze Zahlen, der zweistellige Milliardengewinn blieb jedoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die zudem für das letzte Quartal ein deutlich besseres Ergebnis geschätzt hatten.

Citigroup wies für 2010 einen Gewinn von 10,6 Mrd. Dollar (7,9 Mrd. Euro) aus. 2009 hatte die Bank noch einen Verlust von 1,6 Mrd. Dollar erlitten. Ein Gutteil des positiven Ergebnisses ist darauf zurückzuführen, dass Citigroup die Vorsorge für faule Kredite um gut die Hälfte auf 26 Mrd. Dollar verringern konnte. Die US-Regierung hatte Citigroup in der Krise mit 45 Mrd. Dollar beispringen müssen und im Gegenzug die Bank teilverstaatlicht.

Inzwischen hat sich die US-Regierung wieder aus der Bank zurückgezogen. Das US-Finanzministerium verkaufte im Dezember sein letztes Aktienpaket. Vor wenigen Tagen teilte das Finanzministerium mit, das Investment bei der Citigroup habe bisher rund zwölf Mrd. Dollar eingebracht.

JPMorgan legte Latte hoch

Der größere Rivale JPMorgan Chase hatte vergangene Woche die Messlatte hoch gelegt: Eine Entspannung an der Kreditfront verhalf der US-Großbank zu einem kräftigen Gewinnsprung. Weil das zweitgrößte Geldhaus der USA weniger Geld für Kreditausfälle zurückstellen musste, konnte es seinen Gewinn im vierten Quartal mit 4,8 Milliarden Dollar um knapp 50 Prozent steigern.

Vor allem im Kreditkartengeschäft besserte sich die Situation; hier konnte die Bank zwei Milliarden an Rückstellungen wieder auflösen. Die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal übertrafen die Markterwartungen deutlich. Allerdings konnte JPMorgan noch nicht alle Lasten der Finanzkrise abschütteln: Im weiter kriselnden Immobiliengeschäft legte die Bank zusätzliche 1,5 Milliarden Dollar zurück.

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