„The Tourist“ geht leer aus
Die US-Schauspielerin Natalie Portman und ihr britischer Kollege Colin Firth haben Mitte Jänner die Golden Globes in der Königsdisziplin „Beste Schauspieler“ der Sparte Drama gewonnen. Der große Gewinner des Abends ist allerdings der Facebook-Film „The Social Network“, der gleich vier der begehrten Auszeichnungen erhielt - darunter in den wichtigen Kategorien „Bester Film“ und „Beste Regie“.
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Die Golden Globes, die vom Verband der Auslandskorrespondenten in Hollywood vergeben werden, gelten traditionell als Gradmesser für die Erfolgsaussichten von Schauspielern und Filmen für die Oscars, die in diesem Jahr am 27. Februar verliehen werden.

Reuters/Lucy Nicholson
Die Produzenten von „The Social Network“ durften sich über vier Golden Globes freuen.
Als beste Schauspieler in der Sparte Drama wurden Firth („The King’s Speech“) und Portman („Black Swan“) geehrt. In der Kategorie Komödie/Musical gingen die Golden Globes an Annette Bening („The Kids Are All Right“) und Paul Giamatti („Barney’s Version“). Als beste Komödie wurde „The Kids Are All Right“ ausgezeichnet, zudem wurde Hauptdarstellerin Bening für ihre Verkörperung einer lesbischen Mutter geehrt.
„The King’s Speech“ enttäuschte
Eher enttäuschend verlief die Golden-Globe-Nacht dagegen für den Historienfilm „The King’s Speech“, der mit sieben Nominierungen ins Rennen gegangen war. Der Boxfilm „The Fighter“ bescherte Christian Bale und Melissa Leo Golden Globes als beste Nebendarsteller. Zum besten ausländischen Film wurde der dänische Streifen „In a Better World“ gewählt. Der Film „The Tourist“ des deutschen Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck ging leer aus, ebenso Hauptdarsteller Johnny Depp, obwohl er sogar für zwei Filme nominiert war.
Die Preise wurden in 25 Kategorien verliehen. Nicht nur Kinofilme, sondern auch TV-Formate wurden mit Golden Globes ausgezeichnet. Die Schauspielerin Katey Sagal und Steve Buscemi gewannen ihre ersten Globes für das TV-Drama „Boardwalk Empire“. Sagal war in der Vergangenheit bereits viermal für ihre Darstellung als Mutter in der Comedy-Serie „Eine schrecklich nette Familie“ nominiert, ging aber immer leer aus. „Boardwalk Empire“ wurde zudem als beste Drama-Serie ausgezeichnet, in der Kategorie Komödie ging diese Ehrung an „Glee“.
Kein Preis für Österreich
Keinen Preis gab es heuer für Österreich. Die ORF-Koproduktion „Die Säulen der Erde“ zog beim Rennen um die beste Fernsehproduktion den Kürzeren gegen das fünfstündige Terroristen-Epos „Carlos“ des französischen Regisseurs Oliver Assayas. Immerhin: In dem Streifen über den venezolanischen Terroristen wirkt die Wiener Schauspielerin Nora von Waldstätten mit. Im Vorjahr hatten Christoph Waltz und Michael Haneke Golden Globes erhalten.
Skandal im Vorfeld
Kurz vor der Verleihung der Golden Globes wurden Bestechungsvorwürfe gegen Mitglieder der für die Vergabe der Auszeichnungen zuständigen Hollywood Foreign Press Association (HFPA) laut. Michael Russell, früherer HFPA-Pressesprecher, reichte am Donnerstag Klage gegen den Verband der Auslandskorrespondenten in Hollywood ein. So sollen Mitglieder des 90-köpfige Gremiums für bestimmte Nominierungen mit Geldzahlungen entlohnt worden sein.
Außerdem sollen Senderechte für das Schaulaufen der Stars auf dem roten Teppich an verhältnismäßig unbekannte Gruppen verkauft worden sein. Russell machte in der am obersten Gericht von Los Angeles eingereichten Klage geltend, wegen seiner Bedenken von der HFPA entlassen worden zu sein.
Unverständliche Nominierungen von „The Tourist“
Vor allem die drei Nominierungen für den von den Kritikern verrissenen Film „The Tourist“ waren mit Kopfschütteln quittiert worden. Dagegen ging das meisterhafte Western-Remake „True Grit“ der Coen-Brüder, ein Publikumsrenner und Kritikerfavorit, bei den Nominierungen völlig leer aus.
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