„Großer Verlust für uns alle“
Der verstorbene tschechoslowakische Ex-Außenminister Jiri Dienstbier ist am Samstag vom gesamten politischen Spektrum in Tschechien einhellig gewürdigt worden. „Ich respektierte ihn, obwohl viele unserer Ansichten unterschiedlich waren. Ohne ihn wird unsere politische Szene eindeutig weniger bunt sein“, sagte der konservative tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus laut der Nachrichtenagentur CTK.
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Premierminister Pavel Necas von der konservativen ODS drückte Dienstbiers Familie sein Beileid aus. Dieser sei „eine der Schlüsselfiguren“ der tschechoslowakischen und tschechischen Außenpolitik nach 1989 gewesen. „Er war ein wunderbarer Mensch. Unsere politischen Einstellungen unterschieden sich, aber das hat uns nicht davon abgehalten, Freunde zu sein“, betonte auch Außenminister Karel Schwarzenberg.
„Experte für Außenpolitik“
Der tschechische Senatspräsident Milan Stech von den Sozialdemokraten (CSSD) berichtete, dass zwar Freunde und enge Kollegen schon lange von Dienstbiers Krankheit wussten, es sei aber nicht erwartet worden, dass diese sich so schnell verschlechtere. „Er hatte viel Lebensweisheit. Das ist ein großer Verlust für uns alle“, sagte Stech. Dienstbier hatte 2008 als parteiloser Kandidat der CSSD einen Senatssitz errungen, den er bis zu seinem Tod innehatte.
Vojtech Filip, Chef der tschechischen Kommunisten (KSCM), würdigte vor allem Dienstbiers Verdienste als Außenpolitiker. „Er war ein Experte für Außenpolitik. Als Minister folgte er gewissen Prinzipien, anders als seine Nachfolger. Ich respektierte ihn auch als UNO-Berichterstatter für Ex-Jugoslawien“, sagte Filip.
„Unverwüstlich gute Laune“
Der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel und langjährige Dienstbier-Weggefährte beklagte den Tod eines alten Freundes, der ihm während der gemeinsamen Zeit im Gefängnis unter dem kommunistischen Regime viel geholfen habe. „Selbst in den schwersten Momenten unterstützte er uns durch seine unverwüstliche gute Laune“, erinnerte sich Havel, der gemeinsam mit Dienstbier die „Charta 77“ unterzeichnet hatte und während dessen Amtszeit als Außenminister tschechoslowakischer Staatspräsident war.
Der frühere slowakische Dissident Jan Carnogursky, der in der ersten demokratisch gewählten tschechoslowakischen Regierung nach 1989 Vizepremier war, sagte, Dienstbier sei ein guter Freund von ihm gewesen und sein Tod erfülle ihn mit Trauer. Dienstbier hatte im gleichen Kabinett 1990 bis 1992 das Amt des Außenministers inne.
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