Die Erfolgsgeschichte begann 1905
Einarmige Banditen, spektakuläre Bühnenshows und Krabbencocktails, das sind die Dinge, die jedes Jahr rund 39 Millionen Menschen nach Las Vegas ziehen. Die Stadt kann auf eine kurze und dennoch unglaublich erfolgreiche Vergangenheit zurückblicken. Aus einer einsamen Postkutschenstation wurde innerhalb eines Jahrhunderts durch Mafia und Milliardäre eine blühende Oase mitten in der Wüste.
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Ursprünglich war Las Vegas - die einzige Wasserquelle weit und breit - ein heruntergekommenes Wildwestkaff, das Durchreisende auf ihrem Weg von Salt Lake City in Richtung Los Angeles besuchten. Berühmt war es nur für seine Trostlosigkeit und das schmuddelige Rotlichtviertel. Doch dann brachte am 15. Mai 1905 die Eisenbahn Spekulanten und Finanziers in die Wüste und das Blatt wendete sich. Um ihre Investitionen rentabel zu machen, wurde das Glückspiel ein fester Wirtschaftszweig.

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Las Vegas im Jahre 1906
Wüsteninsel der Seligen
Für die Mafiabosse war Las Vegas eine Wüsteninsel der Seligen. Al Capone und seine Handlanger schmierten die Polizei und Verwaltung, um in Seelenruhe ihre Spielhöllen zu betreiben. Indem im Jahre 1931 das Roulette-Verbot im Staat Nevada aufgehoben wurde, konnte die Mafia offiziell ihr Hauptgeschäft im Glücksspiel machen.
Natürlich nutzten die Gangster ihre Casinos, um das Geld aus Schwarzbrennerei, Drogen und Prostitution zu waschen. Der wahre Aufstieg zur „Sin City“ begann aber erst Ende der 30er Jahre, als in den Nachbarstaaten wie Kalifornien das Glücksspiel für illegal erklärt wurde.
Einarmige und andere Banditen
Nach und nach kamen die Gangster und ihr Gefolge auch aus anderen Staaten nach Las Vegas, kauften sich in die Casinos ein und übernahmen so die Kontrolle an den Spieltischen. Berühmtester Vertreter war Benjamin „Bugsy“ Siegel, ein New Yorker Mafiaboss, der Las Vegas seinen Glanz verlieh, für den es heute so berühmt ist, indem er das Grundkonzept eines erfolgreichen Hotels schuf: ein Pool, ein schummriges Casino und eine Showbühne. In sein berühmtes Flamingo-Hotel holte Siegel die Creme de la Creme der Hollywood-Prominenz der 40er Jahre.

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Zahlreiche Stars traten in Las Vegas auf, darunter Elvis Presley.
Die spektakulären und glitzernden Bühnenshows in seinen Etablissements waren eine weitere Verlockung, neben gutem Essen und freien Getränken, um länger zu verweilen und die Vierteldollarmünzen in die einarmigen Banditen zu stecken. Das Konzept ging auf. Immer mehr Menschen kamen nach Las Vegas, um sich zu vergnügen und eine Menge Geld auszugeben. Die Stadt wuchs ständig, wurde immer bunter und zur strahlenden Oase inmitten der Mojave-Wüste.
Familientaugliche Zockerhölle
Mitten in den „Swinging Sixties“ stagnierte der Las-Vegas-Boom, finanzkräftige Investoren und Unternehmer blieben aus, das mafiöse Image der Stadt schreckte enorm ab. Doch dann kam Howard Hughes, der exzentrische Milliardär kaufte quasi die Casinos der Mafia auf. Nach und nach siedelten sich die großen Hotelketten wie Holiday Inn und Hilton in der Stadt an und verdrängten so die Mafia aus der Stadt.
Heute ist Las Vegas schon lang nicht mehr die verruchte und sündige Stadt, die sie noch bis Mitte der Sechziger war. Sie hat ein sauberes und familienfreundliches Image. Keine Paten, sondern Milliardäre machen in der „goldenen Oase“ ihre Geschäfte. Immer wieder aufs Neue machen gigantische und Aufsehen erregende Casino- und Hotelneubauten von sich reden.
Sex sells
Auch die Sex- und Pornoindustrie macht das Glücksspiel-Eldorado immer mehr zu ihrem Hauptproduktionsort. Der AVN-Award, der Porno-„Oscar“, wird hier jedes Jahr im Venetian-Hotel verliehen. Nur noch 40 Prozent der Einnahmen werden in Las Vegas durch Glücksspiel erwirtschaftet, der Rest kommt inzwischen von Shows und Nachtclubs. Nevada ist der einzige US-Bundesstaat, in dem in einigen Bezirken die Prostitution legal betrieben werden darf. Auch wenn Las Vegas nicht dazugehört, Sex - insbesondere der käufliche - ist im Großraum der Stadt allgegenwärtig.

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Die Spieler bringen immer weniger Umsatz
Seit dem Beginn der Wirtschaftskrise brach das Glücksspielgeschäft noch weiter ein. Das veranlasste die 558.000-Einwohner-Stadt, ihre Angebote jenseits des Glücksspiels auszubauen. Heute sind viele Besucher keine Spieler mehr. Sie nutzen Las Vegas als Kurhotel- oder Kongressstandort. Auch ein neues Gangstermuseum, Klassikkonzerte und Partys für Junggesellen, für Schwule und für Katzenliebhaber sollen neue Märkte erschließen. Zudem ist Las Vegas ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge zum Hoover-Staudamm, Death Valley und Red Rock Canyon.
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