Themenüberblick

Seltenheit bei partieller Sonnenfinsternis

Eine partielle Sonnenfinsternis war Dienstagvormittag über Österreich zu sehen. Das Naturschauspiel begann kurz nach 8.00 Uhr. Zahlreiche Teleskope und Fotoapparate von Hobbyforschern und Interessierten waren auf die sich verdunkelnde Sonne gerichtet.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der Wiener Astronom und Volksbildner Hermann Mucke erklärte das astronomische Spektakel so: Der Mond, der sich zwischen Erde und Sonne schiebt, lässt „nur ein Hörndel über, dessen Spitzen nach oben zeigen - eine Seltenheit“. Kurz nach 8.00 Uhr begann die Sonnenfinsternis. Von rechts oben schob sich der Mond vor die Sonne. Der Höhepunkt des Spektakels wurde - je nach Standort in Österreich - zwischen 9.15 und 9.25 Uhr erreicht.

Menschen auf einem Wiener Flakturm beobachten die Sonnenfinsternis.

APA/Georg Hochmuth

Schaulustige beobachten die Sonnenfinsternis von einem Flakturm in Wien aus.

Bis zu 78 Prozent verdeckt

Die maximale Bedeckung der Sonne betrug laut Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) zwischen 75 und 78 Prozent, von der Sonne blieb dabei nur eine Sichel sichtbar, deren beiden Enden nach oben wiesen. Eine dramatische Verdunkelung des Tageslichts gab es nicht. Nur eine schmale Sonnensichel lugte unter dem Mond hervor. Das Tageslicht war zu diesem Zeitpunkt sehr fahl, allerdings nicht so dunkel wie bei der letzten totalen Sonnenfinsternis in Österreich im Jahr 1999.

Lange Schatten im Weltraum

Sowohl die Erde als auch der Mond werfen lange, konische Schatten in den Weltraum. Tritt einer in den Schatten des anderen, sind bei entsprechend günstiger Position auf der Erde die Auswirkungen zu beobachten, Sonne oder Mond verdunkeln sich teilweise oder vollständig.

Sichelförmige Sonne

APA/dpa/Friso Gentsch

Teils war die Sonnenfinsternis wolkenverhangen.

Bei einer Sonnenfinsternis steht der Mond zwischen Erde und Sonne. Damit der Schatten des Mondes auf Teile der Erde fallen kann, müssen sich Sonne, Mond und Erde genau auf einer Linie befinden. Diese Konstellation ist nur bei Neumond gegeben und kommt auch dann nur selten vor, da Mond- und Erdbahn gegeneinander geneigt sind. Sonnenfinsternisse ereignen sich weltweit durchschnittlich ein bis zweimal pro Jahr, Mondfinsternisse maximal fünfmal pro Jahr.

Total oder partiell

Je nach dem Grad der Abdeckung des Sonnenlichtes durch den Mond gibt es eine totale oder partielle Sonnenfinsternis. Nur bei einer totalen Finsternis, wenn der Mond die Sonne völlig verdeckt, wird es im betreffenden Gebiet wirklich finster. Diese Kernschattenzone ist vergleichsweise schmal, je nach Entfernung des Mondes ist der Streifen maximal 300 Kilometer breit. Bei sehr hoher Entfernung Erde - Mond schafft es der Mond im Falle einer Finsternis nicht, die Sonne für einen irdischen Betrachter völlig zu verdecken, in diesem Fall ist eine ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen.

Die nächsten „Erscheinungen“

Wer die Sonnenfinsternis am Dienstag versäumt hat, muss einige Zeit warten, bis es wieder so weit ist. Drei weitere partielle Sonnenfinsternisse in diesem Jahr sind in Österreich nicht sichtbar. Erst am 20. März 2015 ist wieder eine partielle Sonnenfinsternis in Österreich zu sehen, die nächste totale Sonnenfinsternis kann man hierzulande erst wieder am 3. September 2081 beobachten.

Links: