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Bessere Vorbereitung „nicht nur Option“

Die EU-Kommission hat das Schneechaos auf Europas Flughäfen scharf kritisiert. Der für Verkehr zuständige Kommissar Siim Kallas erklärte am Dienstag in Brüssel: „Das ist inakzeptabel und darf sich nicht wiederholen.“ Bereits für die kommenden Tage sei laut Kallas nun ein Treffen mit den Flughafenverantwortlichen geplant, bei dem Erklärungen über die Vorgänge der letzten Tage erwartet werden.

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Gleichzeitig stellte Kallas den Airportchefs die Rute ins Fenster: Sollten die Flughäfen künftig nicht besser gegen Schnee und Eis gewappnet sein, behält sich die Kommission vor, Gesetze für Mindestanforderungen auf Flughäfen zu erlassen.

Konkret könnte die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Airlines wegen Verlusten durch Flugausfälle künftig Schadenersatz von den Flughäfen verlangen dürfen. Allerdings müssten hier noch die rechtlichen Details geklärt werden.

„Das Ganze muss geplant werden“

Mit Blick auf das Ausmaß der Flugabsagen warf Kallas den Flughäfen vor, ungenügende Vorbereitungen für derartige Wettersituationen geplant zu haben und forderte die Ausarbeitung von Notfallplänen.

EU-Kommissar für Transport Siim Kallas

Reuters/Yves Herman

Laut EU-Verkehrskommissar Siim Kallas besteht bei den Airports akuter Handlungsbedarf.

Eine bessere Vorbereitung auf derartig chaotische Wetterzustände sei jedenfalls nicht nur eine Option für die Zukunft: „Das Ganze muss geplant werden und, wenn notwendig, müssen auch Investitionen getätigt werden.“ Die Infrastrukturversorgung soll dabei nicht nur von den Flughäfen, sondern auch beim Bahnverkehr verbessert werden. Neben massiven Beeinträchtigungen im Flugverkehr standen etwa in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zahlreiche Züge wegen der widrigen Witterungsverhältnisse still.

Sollte Unterstützung der EU-Kommission notwendig sein, werde man Vorschläge machen, so Kallas. Ein entsprechendes Maßnahmenpaket sei noch vor dem Sommer nächsten Jahres geplant. Zunächst wolle er aber die Sicht der Flughafenbetreiber und die unterschiedlichen Praktiken in Europa in Augenschein nehmen. Die Kommission forderte ferner die Einhaltung von Passagierrechten in derart schwierigen Fällen.

Stillstand trotz geringer Schneehöhe

Anlass der scharfen EU-Kritik dürften nicht zuletzt relativ geringe Schneemenge sein: Nicht einmal zehn Zentimeter Neuschnee hatten die Flughäfen in London, Paris und Brüssel in ein völliges Chaos gestürzt.

In London-Heathrow hatte das Schneetreiben am 19. Dezember begonnen, sieben Zentimeter Neuschnee wurden nach Angaben der Wiener Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) gemessen. Am Dienstag waren es gar nur noch vier Zentimeter. Dennoch war der größte europäische Flughafen wegen der Witterung weitgehend lahmgelegt. Ähnlich die Situation in Paris: Auf dem Airport Charles de Gaulle kam am selben Tag wie in London der „große“ Schnee in Form von vier Zentimetern. Zum Vergleich: In Bregenz lagen am 16. Dezember bereits 40 Zentimeter Neuschnee, beim benachbarten Flughafen Altenrhein in der Ostschweiz gab es trotzdem ebenso keine Probleme wie auf dem Flughafen in Innsbruck.

1.000 Flugausfälle am Dienstag

Es ist schon das zweite Mal in diesem Jahr: Im Frühjahr war es die Aschwolke, jetzt überfordern Eis und Schnee die Flughäfen. Allein am Dienstag gibt es nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol europaweit rund 1.000 Flugausfällen. In den vergangenen drei Wochen strandeten 1,6 Millionen Passagiere in der EU.

Im Vergleich hat Frankfurt mit ganz anderen Dimensionen zu kämpfen: 24 Zentimeter Neuschnee machten dem Flughafen zu schaffen. Am Dienstag waren es immer noch 17 Zentimeter. Aber immer noch kein Vergleich zu Helsinki: Dort kam am 20. Dezember Neuschnee in großer Menge (54 Zentimeter), der halbe Meter war sogar für finnische Verhältnisse enorm.

Vier Zentimeter Neuschnee in London

Eine Erklärung für die Zustände in London und Paris ortet Gerhard Hohenwarter im APA-Gespräch darin, dass ergiebige Schneefälle besonders in Großbritannien und Frankreich eine Seltenheit seien. Zehn Zentimeter der weißen Pracht würden in Paris nur alle fünf Jahre vorkommen. Dementsprechend dürften die Flughäfen auf das Szenario nicht vorbereitet gewesen sein.

Das Chaos könnte jedenfalls noch länger anhalten: In England bleibt es bis zu den Weihnachtsfeiertagen ausgesprochen kalt, vereinzelt mit etwas Schneefall. In Paris und Frankfurt kühlt es nach ein bis zwei milderen Tagen zu Weihnachten wieder markant ab. In Norddeutschland und Nordeuropa (Skandinavien) bleibt es auch in den Weihnachtsfeiertagen verbreitet überdurchschnittlich kalt.

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