Europäische Websites von Amazon kurz nicht erreichbar

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Die europäischen Websites des Onlinehändlers Amazon sind gestern Abend vorübergehend nicht mehr erreichbar gewesen. Die Störung sei aber nicht wie zunächst vermutet durch Angriffe von WikiLeaks-Aktivisten verursacht worden, teilte das Unternehmen heute mit.

„Die kurze Unterbrechung unserer europäischen Retail-Websites gestern Abend lag an einem Hardwaredefekt in unserem europäischen Netzwerkrechenzentrum“, hieß es in einer Stellungnahme.

Zuvor hatten Sympathisanten der Enthüllungsplattform WikiLeaks dazu aufgerufen, die Websites von Amazon lahmzulegen, weil das US-Unternehmen nicht länger Serverkapazitäten für die von WikiLeaks veröffentlichten geheimen US-Depeschen bereitstellen wollte. Amazon ist nicht nur der größte Onlinehändler, sondern bietet auch kommerziell technische Dienstleistungen im Internet an.

Spekulation über Attacken

Die Internetattacken auf US-Unternehmen wie MasterCard, Visa, PayPal und Amazon, die nicht länger ihre Dienste für WikiLeaks bereitstellen, werden von dem Kollektiv „Anonymous“ organisiert. Es geht um DDOS-Angriffe, bei denen Hunderte oder Tausende zusammengeschlossene Computer einen Webserver mit unsinnigen Datenanfragen überhäufen, bis er unter dieser Last in die Knie geht.

Amazon hatte wie die anderen Unternehmen betont, nicht auf einen Befehl der US-Regierung hin gehandelt zu haben. Vielmehr habe WikiLeaks gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen. Unterstützer von WikiLeaks werfen den Konzernen hingegen eine ungerechtfertigte Vorverurteilung vor, da nirgendwo ein Nachweis erbracht worden sei, dass WikiLeaks mit der Veröffentlichung der US-Depeschen das Gesetz gebrochen habe.